Dämonen – Kapitel 18

Langsam, mit gemessenen Schritten trat Godot auf Kenshin zu, bis er genau vor ihm stand. Das Visier Godots öffnete sich und hervor kam ein gemütliches Gesicht, welches jeder mit einem netten und freizügigen Menschen assoziieren würde.

„Weißt du schon, wer gestorben ist?“, fragt er ihn.
Meint Paul: „Mir ist jeder recht!“

Langsam, mit gemessenen Schritten trat Godot auf Kenshin zu, bis er genau vor ihm stand. Das Visier Godots öffnete sich und hervor kam ein gemütliches Gesicht, welches jeder mit einem netten und freizügigen Menschen assoziieren würde. Kenshin’s Zittern verstärkte sich noch, als sich die rechte Faust, die, wie gerade jetzt Torû erkennen konnte, riesig und, interessanterweise, grün war, um Kenshin’s Kehle schloß. Dann hob Godot Kenshin in Augenhöhe, sein Mund öffnete sich und nadelspitze Zähne traten hervor, wuchsen geradezu aus dem Mund heraus. Godot hob sein anderen Arm, unterarmlange Klauen traten aus den Fingerspitzen hervor und langsam, ganz langsam führte er die des Zeigefingers an das linke Auge Godot’s heran. Angstschweiß perlte Kenshin’s Stirn hinab und immer noch konnte er sich nicht bewegen.
Dann drückte Godot zu und eine rot – weiße Masse lief aus der Augenhöhle die Wange hinab. Irgendwie schafft es Kenshin trotz der Schmerzen den Griff Godot’s zu sprengen, dann fiel er zu Boden…und lachte.
Lachte hämisch als er seinen rechten Arm hob, indem das Schwert des Wassers lag. Godot’s Blick zuckte an seine Seite, tatsächlich, das Schwert war weg. Sein Visier schloß sich wieder und er ging in Verteidigungsposition.
Kenshin grinste während er das Schwert ein wenig durch die Luft wirbeln ließ. Unglaublich ausgeglichen, dachte er. Blut aus seiner Augenhöhle tropfte im Sekundentakt zu Boden, ihm war klar, dass er, selbst wenn er den Kampf gewinnen sollte, nicht mehr lange zu leben hätte. Mit einem Kampfschrei sprang er vor und hieb nach Godot’s Kopf, der allerdings duckte sich weg und zerschnitt Kenshin’s Brust mit seinen Klauen. Trotzdem drang klein Schmerzensschrei aus Kenshin’s Brust als er zurück und gleich wieder vorsprang, das Schwert wieder über seinen Kopf erhoben. Godot versuchte noch auszuweichen, doch er war zu langsam. Das Schwert schlug durch die Rüstung in seine Schulter ein. Blut spritzte und vermischte sich auf Kenshin’s Gesicht mit seinem eigenem.
Kenshin ließ sich längs zu Boden fallen und wirbelte so durch die Luft, dass seine Ferse in Godot’s Kniekehle traf. Kurz knickte er ein, konnte sich aber auffangen, bevor etwas für ihn gefährliches geschah.
Dann zuckte ein beißender Schmerz durch Kenshin’s Fuß und er zog ihn schnell zurück. Was er sah ließ ihn vor Wut und Überraschung aufschreien. Die gesamte Ferse war einfach weg, wie…abgebissen. Godot lachte höhnisch auf und stach nach Kenshin’s Kopf. Noch einmal konnte er sich durch Wegrollen retten.
Er sprang aus dem Liegen in die Knie und das Schwert biß sich in den Hals Godot’s. Sein Lachen verklang, als er Blutstropfen die Klinge hinunter perlen sah: „Du…Dreckskerl!“ Er hieb wieder zu und das Schwert flog, mit der Hand am Griff, im hohem Bogen davon.
Kenshin saß nun wirklich auf seinen Knien. Sein Blick war zu Boden gesenkt und mit seiner noch vorhandenen Hand hielt er den Armstumpf, aus dem im dunklem Rot sein Blut pulsierte.
Dann hob er den Kopf und sah mit festem Blick in Godot’s Augen: „Ja, ich sterbe. Das war mir schon vorher klar. Und doch, dich nehme ich mit!!“ Mit diesen Worten sprang er auf, eins der Wurfmesser ziehend und drückte es in Godot’s Hals, durch die vorher entstandene Lücke. Mit aller Kraft presste er es vorwärts, während Godot ob der Wucht der Stoßes zurücktaumelte. Beide sahen sich in die Augen und Kenshin hörte am Rande des Bewußtseins, als das Maul in Bauchhöhe sich wieder öffnete und ein großes Stück seines Magens herausriß, wie Torû vor Gram und Wut schrie. „Warum ist er wütend?“, fragte sich Kenshin, „Schicksal ist doch Schicksal.“

Markus zog, Hannes im Schlepptau, nun schon seit einiger Zeit über die Welt, auf der Suche nach anderen Magierschulen oder, noch besser, alten Bekannten aus ‚Kasshin‘. Kein Mensch und auch sonst nichts wusste, wo sie hin waren. Wo waren Sylwia, Chentu, Sensei und die anderen? Wo war Torû?
Er wachte auf un streckte sich, noch im Bett einer heruntergekommenen Absteige liegend. Etwas krabbelte über den schief stehenden Nachttisch und er schlug zu. Ein Knacken ertönte, als der Panzer der Wanze zerbrach.
Mit einem Seufzen rollte er sich aus dem Bett und erhob sich. Im Club gegenüber, wo er jemanden treffen sollte, der anscheinend mehr über das Schicksal seiner Freunde wusste, sollten heute abend wieder einige Liveauftritte sein. Haven, Children of a metallic Guardian und einige andere unbekannte Bands. Er wusste sicher, dass er vor dem Auftritt des Topacts, namentlich eben Haven, sich nicht rübermühen musste und sein Gefühl sagte ihm, dass Hannes ebenfalls nicht stören würde. Der hatte genug damit zu tun Geld für Frauen und Alkohol auszugeben. Wieder seufzte Markus, früher hatte er es fast genauso gehalten und heute?
Er lächelte als er sich vorstellte, wie sehr er sich verändert hatte. Nach einigen Liegestützen und Sit – Ups setzte er sich im Schneidersitz auf das Bett und schloß die Lider. Sein geistiges Auge raste über diese Welt und suchte nach einer Spur, nach einem Zeichen seiner Freunde. Er brauchte sie, brauchte ihre Hilfe, vor allem brauchte er sie bald. Von diesem Problem abgesehen war alles organisiert, jeder seiner Verbündeten stand bereit. Und doch, er wiederholte den Gedanken seit damals immer wieder, ohne seine Freunde war sein Vorhaben zum Scheitern verurteilt.

Der Tag verging in Meditation und am Abend schlugen plötzlich Markus‘ Augen auf. Er bewegte seine Füße und hätte beinahe aufgeschrien. So lange ohne sich zu bewegen zu sitzen verkrampft eben die Muskeln. Er machte einige Dehnübungen und trat, nach Aufnahme seines Rucksacks, an die Tür. Knarrend öffnete sie sich und mit einem schnellem Schritt trat er aus dem Zimmer, danach schloß er die Tür ab und verstaute die Schlüßel tief in seiner Hosentasche. Aus Hannes‘ Zimmer drang lautes Schnarchen, also konnte er wohl wieder auf ihn verzichten. Besser gesagt, er musste es.
Durch den schmutzigen Flur, dessen Wände mit halbintelligenten Slogans vollgesprayt war, ging er zu Treppe und stieg diese vorsichtig hinab. Sein „Training“ früher, zu Hause, machte sich in solchen Absteigen bezahlt.
Ein Ventilator brummte und Mister Tenquo, wie sich der Manager dieses…Etablissements nannte, schlief über den Tresen gebeugt.
Kurz sprintete Markus los und aus der Haupttür hinaus. Blicke nach rechts und links vergewisserten ihn, dass die Straße frei war und kurzentschlossen überquerte er sie. Dann stand er vor dem ‚Hell’s Kitchen‘, die Bar, in der er seinen Informanten treffen wollte.
Ein großer, vermutlich etwas zurückgebliebener, blondhaariger Mann stand vor ihm: „Was willste?“ Gelangweilt popelte er in der Nase. „Rein“, erwiderte Markus und ging ohne zu halten an dem Typen vorbei. Dieser fuhr herum und legte seine Hand auf Markus‘ Schulter, zog ihn zurück. Markus blickte auf die Hand: „An deiner Stelle würde ich dich sehr schnell wegnehmen.“ Der Große grinste kurz, bis er auf die Knie sank vor Schmerzen wimmernd. Markus hielt seine Hand leicht verdreht fest: „Ich hab’s dir doch gesagt!“, lächelte, warf etwas Geld vor den Rausschmeißer und ging weiter.

Tausend Jahre sind vergangen
Das Reich, es liegt in Trümmern
Wer erahnte schon eigenes Denken
In der dumpfen Masse
Eine tiefe Stimme „sang“ (es war eher ein Grunzen) den Begeisterten vor der Bühne ihren Text herunter.
Eine Welt in Trümmern
Eine Nation im Sterben
Meine Gabe ist der Tod
Meine Freude sind die Leichen

Sie flehen um Erbarmen
Noch nie hab ich dies gewährt
Warum sollte ich es nun?
Markus sah sich um Nirgendwo war etwas Bekanntes zu entdecken. Unvorsichtig schob er sich durch die Menge, rempelte hier mal jemanden an oder stieß dort einen anderen weg, bis er zur Theke gelangte: „Bier!“
Der Wirt nickte und holte eine Flasche unter dem Tresen hervor.
Die Luft war kalt
Die Sonne schien hell und strahlend
Ein falsches Wort
Ein Hieb von mir
Dein linker Arm lag vor mir auf der Erde
Abgetrennt vom Stein in meiner Faust

Deine Augen strahlten vor Angst
Dein Mund öffnete sich
Zum stummen Schrei
Ich schlitzte dir die Kehle auf
Das nächste Lied hatte schon begonnen und nachdem Markus die Flasche in der Hand hielt drehte er sich um und lehnte sich gegen den Tresen. Von hier hatte er einen guten Blick auf die Bühne. 5 junge Männer standen darauf, er erkannte die Zusammensetzung der Band: ein Drummer, ein Bassist, 2 Gittaristen und einer am Keyboard. Nichts außergewöhnliches in dieser Zeit, allerdings waren die Texte ungewöhnlich.
Blut quillt hervor
Aus den Stümpfen
Wo einst ihre Beine waren
Ein Fleischerbeil in meiner rechten Hand
Grinse ich auf sie hinab
Worte sprudeln, angsterfüllt

Die Freuden des Todes
Waren dann vergangen

Ich fühle nun nichts mehr für die 13
Die durch meine Hand starben
Markus lächelte, als er sich an früher entsann, an eine von Thomas‘ Lieblingsbands. Sie hatte solch ähnliche Texte genutzt. Ihm fiel nicht mehr ein wie ihr Name gewesen war. Dann, erst jetzt, drangen die Worte wirklich in sein Gehirn. Er kannte es!
Die Stimme versagt
Die Leber verweigert den Dienst
Das Herz gibt auf

Das Hirn löscht aus Erinnerung
Der Magen löst sich auf
Die Niere schwimmt fort
Die Beine knicken ein
Und das Herz gibt auf

Im Alter bist du an soviel gebunden
Im Alter ist so soviel verschwunden
Im Alter trauerst du so vielem hinterher
Im Alter trauert man um dich
Ja. Markus war sich sicher, er kannte diese Texte. Thomas hatte sie vor Jahren geschrieben und sie voll Stolz präsentiert. Genau diese Texte! Erschrocken riß er die Augen auf, als er den Keyboarder näher in Augenschein nahm: Torû!! Markus stellte das Bier ab und rannte los, sich durch die Menge drängelnd. Dann war er an der Absperrung angekommen, doch als er rüberklettern wollte, schlug ihn eine Security zurück. Markus‘ Oberlippe platzte auf und er fiel zu Boden.
Ihr seid weg
Schlaft einsam in dunkler Kammer
Was habt ihr uns getan?
Was wünschen wir von euch?

Ein paar Jahre noch
Dann sind wir ihr
Und das Herz versagt

Im Alter bist du an soviel gebunden
Im Alter ist so soviel verschwunden
Im Alter trauerst du so vielem hinterher
Im Alter trauert man um dich

Ein paar Jahre mehr
Und wir sind an eurer Stelle
Und unsere Stimme versagt
Und unser Magen löst sich auf
Und unser Hirn löscht aus
Die Erinnerung an euch
Und das Herz gibt auf
Markus lag mit dem Rücken zum Boden da uns betrachtete die Decke. Seltsame Zeichen bedeckte sie, Winkel, wie sie einfach nicht in dieser Welt vorkommen konnten, Worte, die allein sie zu denken ihm Schmerzen bereitete. Auch dies erinnerte ihn an etwas, das Thomas einst erzählt hatte.
Im Alter bist du an soviel gebunden
Im Alter ist so soviel verschwunden
Im Alter trauerst du so vielem hinterher
Im Alter trauert man um dich

Doch heute, erst heute
Wir denken unseren Teil
Stehen wir an eurem Grab
Und wünschen Maden, Würmern, Ungeziefer
Guten Appetit

Heute wurdet ihr zu Grabe getragen
Dumpfe Trauermusik der Kapelle eurer Jugend
Stumm stehen wir da
Nur ein paar Jahre
Dann folgen wir euch
Und das Herz versagt

Dämonen – Kapitel 17

Unter Weglassung der meisten Deckung sprang ich wieder in den Angriff. Mein Hieb zog Godot quer über die Schulter und, oh Wunder, störte ihn nicht im geringsten.

Go on if you want it.
Another world awaits you
Don’t you give up on it.
You bite the hand that feeds you.
All alone cold fields you wander
Memories of it, cloud your sight
Fills your dreams, disturbs your slumber
Lost your way, a fallen knight
Hold now, aim is steady
Another world awaits you.

Unter Weglassung der meisten Deckung sprang ich wieder in den Angriff. Mein Hieb zog Godot quer über die Schulter und, oh Wunder, störte ihn nicht im geringsten. Langsam, aber sicher geriet ich wieder in solch einen Blutrausch wie einst. Während ich seine Hiebe parierte, schüttelte ich den Kopf, um die störende Erinnerung zu vertreiben.
Torû und Chentu taten ihr möglichstes um mir beizustehen, doch ihre – zugegeben – jämmerlichen Attacken waren noch wirkungsloser denn meine; Godot machte sich nicht einmal die Mühe sie abzuwehren.
Kurz schoß mir die Frage durch den Kopf, wie er gewesen war, bevor er die erste Rüstung gefunden hatte und wie er sich verändert hatte…Sylwia übte einen zu freundlichen Einfluß auf mich aus. Ich lächelte grimmig und hieb wieder einmal nach Godot’s Hals. Er prellte mir mit seiner Parade beinahe das Schwert aus der Hand, doch so langsam erkannte ich seine Technik.
Torû fiel und Godot sprang nach. Chentu war erst vor Sekunden noch dagewesen, nun lag er ohnmächtig oder tot auf der anderen Seite der Halle. Einen Überkopfhieb Godots konnte ich noch irgendwie aufhalten, meine Armmuskeln erzitterten durch die Gewalt des Schlages.
Ich trat leicht nach Torû und trieb ihn so ab, er rollte sich weg und ging in die Knie. Langsam, Godot scharf beobachtend, wich ich ebenfalls weiter nach hinten.
Wieder schlug er zu, der Hieb sollte mir wohl den Kopf vom Hals trennen. Knapp konnte ich mich unter dem Schlag ducken und hieb mit der Spitze voran wieder nach seiner Kehle. Und das Wunder geschah.
Ich hörte Torû erleichtert aufkeuchen: Die Ritter des Goldes! Strahlend wie die Sonne waren ihre Rüstungen, als sie aus dem Keller im perfekten Gleichschritt hinauf marschiert kamen. 10 von ihnen, zuerst in Zweierreihen. Als das letzte Paar am Fuß der Treppe angekommen, verteilten sie sich gleichmäßig zu einem Halbkreis um Godot herum. Ich erkannte meinen Fehler erst jetzt. Ich war ebenfalls im Halbkreis, der sich langsam zu einem Kreis zusammenschloß mitgefangen. Ich federte in die Knie und sprang. Sprang gut 3 Meter in die Luft, drehte einige Rückwärtssaltos und landete auf den Füßen, außerhalb des Kreises.
Dann machten sich die Wächter der Schule ans Werk.

Hannes trat hinter Markus aus dem Tor, in eine einst blühende Gartenanlage. Nun war sie nur noch Staub, Asche und verbrannte Erde. Ein Zucken der Erinnerung durchstieß Markus‘ Gehirn.
Ein schwarzes Land. Der Boden war durch die Zauber der Heere verbrannt, die Luft verseucht. Asche wurde bei jedem Luftzug, die es ohnehin viel zu selten gab, vom Boden aufgewirbelt. War die Asche aus Überresten der verkohlten, zerschmetterten, verbrannten Bäume? Bestand sie aus den Überresten der Hundertschaften von Gefallenen? Genaugenommen war es egal.
Dann war es wieder weg. Was war hier geschehen? Markus sah sich um. Und, vor allem, wo war Kasshin? Dort hinten. Er sah es. Tränen sammelten sich in seinen Augen an und Hass machte sich in seinem Körper breit: ‚Airwing‘
So schnell er konnte raste er auf die Trümmer zu. Mehr als 40 Kreuze steckten im Boden. Gräber. Markus schrie auf und landete vor dem auffälligsten:
Kenshin, stand da,
Geboren und gestorben
Für seine Freunde, für sein Schicksal
Markus schlug fest mit seiner Faust auf den Boden und eine Welle seines Hasses riß denselben auf. Ein tiefer Spalt öffnete sich vor ihm. „Wer war das?? Hä?“, Markus ließ seinen Hass in diesem Schrei hinaus. „Wer auch immer das war! Ich finde dich! Und du wirst es bereuen!“
Mit diesen Worten endete sein Wutgeschrei und noch lange stand er vor jedem einzelnem Grab, eins nach dem anderem ging er ab, verabschiedete sich von den Lehrern und Mitschülern. Bis auf Kenshin konnte er hier ja keine Freunde verabschieden.

Die ebenfalls goldenen Schwerter der Ritter zischten kaum sichtbar durch die Luft und nun wankte Godot zurück. So gut er konnte parierte er die Schläge. Ich wusste, dass die Ritter göttliche Schwerter, ja, dass sie selbst so etwas wie Götter waren, trugen. Zumindest Halbgötter. Und hier waren gleich Zehn von ihnen.
Wäre ich mir nicht einer bestimmten Sache sicher gewesen, wäre ich wohl vor dieser Macht erzittert. Doch so sah ich nur stumm zu, wie die Ritter begannen so schnelle im Kreis um Godot herum zu rennen, dass es schien, es wären Hundert und nicht Zehn.
Aber was tat er? Ich zog eine Augenbraue nachdenklich hoch. Still, das Schwert gesenkt, stand Godot nun da. Und dann war es soweit, jeder der Ritter führte seine Attacke aus. Alle gingen, das erkannte ich noch irgendwie, auf kampfwichtige Stellen los, welche da zum Beispiel wären: Herz, Kopf, Waffenarm, Standfuß, usw.
Was war das? Mein Schwert klirrte, als es auf den Boden fiel, Torû schrie überrascht? angstvoll? auf und auch mir wäre das beinahe passiert. Vier der Zehn flogen durch die Luft, prallten gegen die Decke der Halle und fielen leblos mit einer großen Menge an Gestein wieder zu Boden.
Drei der Sechs waren nicht mehr zu sehen, genauer gesagt, lagen in Einzelteile der Rüstungen zerstückelt verteilt auf dem Boden. Aber es war kein Blut da.
Und einer der Drei hing halb in einem Maul mit ungeheuren Zähnen, welches sich im Magenbereich Godot’s geöffnet hatte und wie es schien, wurde er mit Genuß verspeist. Auch hier war kein Blut zu sehen.
Mit einem Rülpser des Mauls verabschiedete sich der Handschuh des Ritters und nur noch Zwei standen da, zögernd. Auch sie hatten so etwas wohl noch nie erlebt.
Ich fühlte gerade zu das Grinsen Godot’s, als er sich zu mir umdrehte: „Auch sie haben nicht den Hauch einer Chance gegen mich. Was soll das schon sein? Kasshin ist doch ach so berühmt für seine starke Verteidigung und seine mächtigen Magier. Und du, der du ebenfalls so berühmt bist für seine Kampfstärke. Was tust du schon? Ich glaube du hast bisher nur mit Schwächeren gekämpft und deshalb immer gewonnen!“ Mit einem Wutschrei unterbrach ich seine Rede, die genau diesem Zweck diente, wie ich sehr wohl wusste. Dem Zweck mich aufzubringen. Schnelle Schläge wurden zwischen uns beiden ausgetauscht, nachdem ich mein Schwert wieder aufgenommen hatte, und weiter spürte ich weiter sein Grinsen: „Verstehst du nicht? Die drei Rüstungen verkörpern auch die Elemente Feuer, Erde und Luft. Nur das wahre Schwert des Wassers, welches die ureigene Kraft dieses Elements in sich hat, könnte mir gefährlich werden. Dumm für dich, dass ich es trage!“ Ich sah mir sein Schwert näher an. Vorher war es mir noch einfach als eine Elementarwaffe aufgefallen, doch nun? Ich sah die perfekte Verarbeitung, spürte die Macht. Er sagt die Wahrheit, schoß es durch meinen Kopf.
Noch einmal fiel mein Schwert zu Boden und voller Angst starrte ich ihn an.

Dämonen – Kapitel 16

Gelangweilt stand Markus vor der Tür zum Büro des Flughafenmanagers. Lukas und er, Hannes hatten sie seinen Rausch auf der Straße vor Lukas‘ Wohnung ausschlafen lassen, waren durch, so schien es, Kilometerlange Gänge mit strahlend weißen Wänden und Decken.

They came to fight for glory in their thousands
Young men with their dreams
They died before the guns for their country
A book of faded pictures, broken dreams
Where are they now
The broken heroes
(Saxon – Broken heroes)

Gelangweilt stand Markus vor der Tür zum Büro des Flughafenmanagers. Lukas und er, Hannes hatten sie seinen Rausch auf der Straße vor Lukas‘ Wohnung ausschlafen lassen, waren durch, so schien es, Kilometerlange Gänge mit strahlend weißen Wänden und Decken. Das grelle Licht welches von den Lampen an der Decke ausging schmerzte Markus in den Augen und immer wieder rieb er sie.
Laute aber unverständliche Laute drangen durch die Tür und dann wurde sie aufgestoßen. Markus, der sich dagegen gelehnt hatte, kippte mit einem überraschten Aufschrei nach hinten über, doch starke Arme fingen ihn auf und drückten ihn wieder nach oben. Lukas‘ Arme.
„Los. Komm mit!“ Er stürmte voran und Markus folgte ihm, sobald er sich wieder orientiert hatte. Wieder liefen sie eine schiere Ewigkeit, dann kamen sie an eine stabil aussehende Stahltür, auf der ein roter und großer Aufkleber sichtbar war: ‚For personnel only‘
Ohne zu zögern drehte Lukas an dem Rad, welches an der Tür befestigt war und schob sie auf. Ein heftiger Windstoß trieb die beiden erst zurück, doch als sie sich an den Widerstand gewöhnt hatten, stemmten sie sich nach draußen und Lukas schloß die Tür.
Ein schneller Blick und Markus rannte zu einer Landebahn. Die 4 war es den Zahlen darauf nach.
Geheimnisvolle, mystische Worte, aus seiner Kehle dringend, verwehte der Wind bevor irgendein anderer Zeuge sie zu hören bekam. Dann schlug ein Blitz aus heiterem Himmel fast ein. Fast, denn er endete nur Zentimeter über der asphaltierten Landebahn. Dann geschah es, als wäre die Dimension aufgerissen, besser Worte fand Lukas nie wieder, öffnete sich ein grell grün strahlender Wirbel in der Luft und Markus stand mit befriedigter Miene davor.
„Xzan!“ ein lauter Schrei hallte über die Landebahnen und, nun aber nicht hörbar, noch viel weiter. So laut, dass er sogar den Lärm eines landenden Flugzeugs irgendwie übertönte. Voller Gram wand sich Lukas auf dem Boden so lange der Schrei anhielt. Langsam kam er zu Ruhe und sah dann die hilfebietende Hand Markus‘. Er ergriff sie und in einem Ruck zog Markus ich hoch: „Es ist soweit. Ich gehe. Ich hoffe, du kannst sie rufen, wenn sie benötigt werden!?“
Lukas nickte bestimmt und lächelte. So lange weg und schon wieder auf dem Sprung, dachte er, früher war er nicht so. Markus erwiderte das Lächeln und ging durch das Tor, Hannes oder Xzan, der plötzlich hinter ihm auftauchte folgte ihm.

Sylwia schluchzte kurz auf, als sie Kenshin unter Godot’s Hieben taumeln und zurückweichen sah. Wie die Urgewalten, die sie schon gespürt hatte, fuhren sie auf ihn hernieder. Was tat sie hier oben? Sensei war weiterhin nicht bereit aus ihrem Zimmer zu kommen, hatte ihr aber wenigstens die Möglichkeit Zehn der Wächter der Schule aus ihrem Ruheschlaf zu erwecken. Aber nun traute sie sich nicht hinunter in die Eingangshalle, sie hatte Angst. Bittere Tränen fielen aus ihren Augen.
Torû war ebenso wie Chentu Kenshin zur Seite gesprungen und doch, es machte keinen Unterschied. Anstatt einem wankten nun eben alle drei unter diesen urtümlichen Schlägen, Hieben und Stichen. Sylwia kam ein Vergleich in den Sinn, den Thomas, ein alter, ein toter Freund, einmal zitiert hatte: „Wie Schilf im Wind sich biegen lassen, nicht zu brechen und zurückzufedern ist allemal besser als zu brechen.“
Ängstlich drückte sie ein Buch aus Markus‘ Zimmer an ihre Brust. Die Tür hatte offengestanden und neugierig war sie eingetreten. Vielleicht war es auch nur eine Ausrede gewesen um nicht zum Kampf zurückkehren zu müssen, sie wusste es nicht. Jedenfalls hatte auf Markus‘ Schreibtisch das selbe Buch aufgeschlagen gelesen. Sie hatte es genommen und gesehen, dass dort ein Gedicht stand, in der Handschrift von Thomas.
Von Krankheit verflucht
Von Hass verbraucht
Von Liebe verraten
Von Freude verlassen
Von Muße geküßt
Von Hitze verbrannt
Von Kälte vereist
Von Sturm verweht
Von Wellen verspült
Von Gekanntem getrennt
Von Schmerz verdammt
Von Gefühlen geleitet
Von Begehren verführt
Von Feinden vertrieben
Vom Freund ermordet
…so bin ich
und darunter stand, ebenfalls in seiner Handschrift:
Markus, du weißt es nicht mehr, doch es war so bzw. ist so bzw. wird so sein. Gibt niemals auf. Ihr alle, die ihr dies lest, lasst euch gesagt sein: Es gibt eine Ende und ich habe lange gebraucht um es zu erkennen. „Die Welt ist schön“, ein alter Satz – merkt ihn euch. Auch um das selbst so zu sehen, brauchte ich Jahre. Lasst euch gesagt sein: Es stimmt!
Ein Absatz war unleserlich gemacht worden, dann ging es weiter:
Die Welt ist schön, ja, doch das Leben? Macht es euch schön. Mir gelang es nie und nicht…

Sensei saß weiter in ihrem Zimmer fest. Dies war also die Wahrheit.
Über die Alten Wesen steht geschr., daß sie ständig am Tor warten, & das Tor ist an allen Orten zu allen Zeiten, denn Zeit oder Ort kennen SIE nicht, sondern sind in allen Zeiten & an allen Orten zugl., ohne daß man es merkt, & gibt es welche unter IHNEN, die etliche Gestalten & Eigenschaften & jede beliebige Form & jedes bel. Aussehen annehmen können & überall sind für SIE Tore, doch das I. war das, welches ich öffnete, näml. in Irem, der Stadt der Säulen, der Stadt unter der Wüste, doch wo immer Menschen die Steine errichten und dreimal die verbot. Worte sprechen, werden sie ein Tor schaffen & und DENEN, so hindurchk., dienen, seien es Dhols oder der Scheußl. Mi-Go od. d. Tcho-Tcho-Volk od. die Wesen aus d. Tiefe od. d. Gugs od. die Hageren der Nacht od. d. Shoggothen od. die Voormis od. die Shantaks, die Kadath in der Kalten Wüste & das Plateau von Leng bewachen. Sie alle sind gleichermaßen die Kinder der Älteren Götter, doch da die Rasse von Yith & die Gr. Alten Wesen weder miteinander noch mit den Älteren Göttern auskamen, trennten sie sich, wobei die Erde im Besitz der Gr. Alten Wesen blieb, während die Große Rasse, aus Yith zurückk., IHREN Aufenthaltsort in der Zukunft wählte, in einem Erden – Land, welches denen, so heute auf Erden wandeln, noch unbekannt; dort aber warten SIE, bis der Wind & die Stimmen, von welchen SIE einst hervorgerufen, wiederkommen, und auch JENES WESEN, das auf dem Winde läuft über die Erde & zwischen den Sternen.
Ihre Abschrift des Necronomicons sagte nicht die Wahrheit. Wozu kämpften sie überhaupt? Es war doch sowieso alles vorherbestimmt und zu ende…

Dämonen – Kapitel 15

Lukas hatte Kaffee gebraut, und stellte eine Tasse vor Markus. Während er den Zucker sorgsam verrührte ließ er sich bedächtig in seinen Sessel sinken.

Ich…habe Dinge gesehen, die ihr niemals begreifen könnt…
(Blade Runner)

Lukas hatte Kaffee gebraut, und stellte eine Tasse vor Markus. Während er den Zucker sorgsam verrührte ließ er sich bedächtig in seinen Sessel sinken. Dann nahm er einen kleinen Schluck und stellte fest, dass der Kaffee die perfekte Temperatur zum trinken hatte. Er nahm einen größeren Schluck und stellte die Tasse auf den Glastisch vor sich. Nun lehnte er sich in den Sessel zurück und sah Markus nachdenklich an.
„Kannst du mir helfen?“, Markus sah so langsam etwas besorgt aus. Warum fragte sich Lukas und hob dann zu einer Antwort an: „Du kennst noch Stirb langsam, hmm, 2 war das, glaube ich. Wo der Typ den Flugplatz befreit!?“ Markus nickte und Lukas fuhr fort: „Wo etwas ähnliches ist mir an diesem Flugplatz auch passiert, aber ich war nicht allein, hatte also konsequente Hilfe, wurde nicht verraten und die Terroristen waren nicht so gut ausgebildet.“ Markus zog eine Grimasse. „Nun, wie auch immer, der Boss, Mitchell heißt er, schuldet mir was. Das geht also klar, aber, du kannst ja angeblich zaubern. Warum zauberst du dich nicht einfach hin oder verzauberst einen Sicherheitsbeamten, der dich dorthin führen soll?“
„Gute Frage! Ich zaubere nicht hin, weil das Tor…wie soll ich sagen, geschützt ist und verzaubern kann ich nicht, weil die Sicherheit am Flughafen extrem hoch ist, sie würden es bemerken, glaube mir. Es gibt mehr Möglichkeiten auf der Welt Magie aufzuspüren als du die vorstellen kannst. So langsam gleitet es fast sogar in Richtung einiger Szenarien aus Shadowrun ab. Du erinnerst dich?“ „Klar“, er machte eine kurze Pause und fuhr fort, „aber wie meinst du das?“ „Die meisten öffentlichen Einrichtungen haben wenigstens einen Magier als Schutz angestellt und Flughäfen haben mindestens 5 und die sind dann gut. Ich will nicht mit ihnen kämpfen, du verstehst?“, Markus versank ein wenig in seinen Erinnerungen. Zu viele waren nun fort.
Lukas‘ Haustür wurde plötzlich mit einem lauten Krachen aufgestoßen und Xzan stand in der Öffnung. Seine Hörner waren verschwunden, er trug eine blaue Jeans, ein kariertes Holzfällerhemd und einer so kurzen Frisur, als wäre er bei der Armee.
Markus sah ihn entgeistert an: „Xz…nein, Hannes? Was soll das?“
Jetzt fiel ihm auf, dass Hannes, Markus fragte sich, warum er Xzan so nannte, einen Rucksack auf dem Rücken trug und eine halbvolle Bierflasche in der Hand hielt. Grinsend wurde ihm zugeprostet, ausgetrunken und die Flasche über die Schulter weggeschmissen.
Lukas drückte Markus plötzlich zur Seite und dieser erhaschte einen kurzen Blick auf die Waffe in der Hand Lukas‘, bevor jener in die Knie ging und energisch das altmodische: „Hände hoch!“ rief.
Hannes grinste weiter, legte den Rucksack ab, öffnete ihn aber auch gleich und förderte eine Flasche Jack Daniel’s zutage. Er schraubte sie auf und leerte sie dann in einem Zug, zumindest fast.
Bevor der letzte Tropfen ausgetrunken war zerschlug eine Kugel aus Lukas‘ Pistole, eine Desert Eagle erinnerte sich Markus, die Flasche. Die Glassplitter fielen zu Boden und ein unheimliches, höllisches Feuer brannte in Hannes‘ Augen auf. Mit einem Wutschrei stürzte er sich auf Lukas, doch dieser schleudert ihn mit einem Sotogake, einem Beinausheber wie aus dem Lehrbuch, zu Boden. Er richtete die Waffe auf Hannes‘ Gesicht und Markus erkannte ein kaum sichtbares Zittern an Lukas‘ Händen. Er fragte sich ob es von dem schauderhaft – schönem Lachen welches tief aus Hannes‘ Kehle aufstieg herrührte und erkannte nun die Waffe, die Hannes „bedrohte“ (er bezweifelte, dass Lukas Silberkugeln mit eingeritzten und in Weihwasser getränktem Kreuz benutzte. Nicht das so etwas Hannes aufhalten würde, aber dies könnte ihn vermutlich immerhin verletzen…), es war eine Desert Eagle .50AE Magnum und es sah nach einem speziellem Lauf aus. 25 Zentimeter? Wie auch immer, auf jeden Fall eine Privatwaffe.
Mit höllischer Geschwindigkeit sprang Hannes wieder auf und vollführte einen Hiza-geri, einen Kniestoß. Markus fragte sich kurz ob er sich absichtlich Lukas‘ Kampfstil anpasste, doch der Kampf war unglaublich. Zumindest unglaublich wenn man wusste, dass hier Mensch und Sechsdämon miteinander kämpften.
Lukas parierte den Stoß irgendwie und konterte mit einigen Kobushi-zukis, mit Fauststößen, die sich auf die chûdan, die mittlere Angriffsstufe (der Bereich von Hals bis Gürtel), konzentrierten. Nun konterte Hannes geschickt mit einem Mae-geri, einem Fußstoß nach vorne. Lukas wich zurück und nahm eine seitliche Kampfstellung ein, wie die eines typischen Karateka. Markus lachte plötzlich und rief: „Hajime ii!“
Hannes sprang und drehte sich in der Luft um Lukas Kopf mit der Außenseite seines ausgestreckten Fußes zu erwischen, dieser jedoch fing den Tritt auf und hielt den Fuß fest. Hannes reagierte wieder sofort und drehte sich wieder, dieses Mal längs und nicht mehr senkrecht und hieb wieder zu, mit dem anderen Fuß. Auch diesen fing Lukas auf und drückte Hannes mit dem Kopf gegen den Boden, was dafür sorgte, dass einige Stücke künstlichen Holzes durch die Luft wirbelten. Anscheinend erleichtert ließ er Hannes Füße frei und zu Boden fallen, dann wendete er sich wieder Markus zu: „Wer zur…“ Er stockte als sein Kopf durch die Wucht des Schlages von Hannes mit dem Faustrücken zur Seite gedrückt wurde und danach seinen ganzen Körper mit sich zog. Nach einem kurzen Flug krachte er zappelnd wie eine Puppe gegen die Hauswand und ein gerahmtes Poster von Luis Royo fiel zu Boden. Das Glas des Rahmens zersplitterte und verteilte an einer anderen Seite des Zimmers Splitter. „Yame ii!“, der Befehl von Markus durchschnitt die Luft. Hannes, der eben noch wie ein Berserker auf Lukas leblosen Körper hatte losgehen wollen, stoppte augenblicklich und drehte sich um. Feuer brannte in seinen Augen und, wie Markus nun erst sah, auch in seinem teilweise geöffnetem Mund.

Der Schatten grinste nicht mehr schadenfroh. Sein Grinsen war zu einer Grimasse der Wut und des Hasses erstarrt.

Etwas Zeit war vergangen, Markus hatte Hannes verärgert angeblafft Lukas zu heilen und sich dann daran gemacht das Glas wegzufegen. Lukas lag nun in seinem Sessel und schlief den Schlaf der Gesundheit. Ein Zauber, den eigentlich jeder Dämon und Markus ebenso weben konnte.
„Ich konnte mein Form, möglicherweise auf Dauer, ändern um den Preis eines Sechstels meiner Kraft, meiner Beherrschung des Feuers.“
Hannes hatte Markus lang und breit da gelegt, wie schmerzhaft der Vorgang ohne seinen Alkohol gewesen wäre. Kaum hatte er fertig geredet nahm er sich die nächste Flache vor, ein Billigwein, Markus verzog etwas angewidert sein Gesicht.
Während sie also warteten, dass Lukas wieder aufwachte und merkte das weder sein Genick noch einige viele seiner Wirbel weiter gebrochen waren, hing Markus seinen Gedanken nach. Ob Hannes dachte, wusste er nicht, aber Hannes trank, er trank Unmengen. Wie das alles nur in diesen kleinen Rucksack passte?

Dämonen – Kapitel 14

„Godot“. Kenshin erkannte sein Gegenüber. Er war einst, vor vielen, vielen Jahre, ein europäische Gelehrter und Entdecker gewesen, bis er eines Tages eine der 3 Dämonenrüstungen, Ab, in den Alpen fand.

Mein ist die Macht über Tod und Leben
Die Spur führt brennend durch das Land
(Eisregen – Deutschland in Flammen)

„Godot“. Kenshin erkannte sein Gegenüber. Er war einst, vor vielen, vielen Jahre, ein europäische Gelehrter und Entdecker gewesen, bis er eines Tages eine der 3 Dämonenrüstungen, Ab, in den Alpen fand. Die Jahre vergingen und er suchte die restlichen 2. Eine wurde ihm sozusagen im Himalaja vor die Füße geschmissen, ein Magier wollte seine große Liebe retten. Die andere erkämpfte er sich in den Anden, Hunderte von Leichen wurden damals gefunden. Leichen von Orks und anderen Unwesen wie auch von Menschen.
Kenshin war dabei gewesen und es war für ihn fast wie gestern, der Gestank nach Tod hatte sich damals in sein Gehirn eingebrannt.
„Godot? Doch nicht der…“, Sylwia starrte etwas entsetzt in die Runde, Torû führte ihren Satz fort: „…mit den Rüstungen. Doch, der ist es!“
Godot starrte die vier durchdringend an. Ein kurzer kalter Schauer durchfuhr Kenshin, er also war sein Schicksal. Gut zu wissen! Er grinste ihn an und stürmte los, seine beiden Wurfmesser flogen ihm vor raus. Sie schlugen an der eigentlich schlecht geschützten Stelle zwischen Brustpanzer sowie Helm ein und fielen dampfend zu Boden.
Kenshin zögerte nicht und hieb mit seinem Schwert in einem großzügigem Kreisbogen auf Godot ein. Das Schwert prallte an der Schulter ab und Kenshin sprang zurück.
„Was war das nun wieder?“, er versuchte sich an etwas bestimmtes, etwas wichtiges zu erinnern. Da half ihm Chentu auf die Sprünge: „Kenshin! Die Rüstungen sind fast unzerstörbar, vergiss das nicht! Nur eine Waffe kann ihnen etwas anhaben.“
Eine Waffe? Kenshin sickerte langsam die Erinnerung in seinen Kopf. Die Waffe ‚Mort‘, einst in den Feuern der Hölle geschmiedet und vom Himmel gesegnet führte sie vor langer Zeit ein großer Held in die Schlacht wider der großen Dunkelheit. Seitdem war sie verschollen. Torû schrie eine Zauberformel heraus: „Widox!“
Kurz veränderte sich das bis dato noch helle Sonnenlicht in das Farbspektrum Grün, dann stand ein Baum vor Torû.
„Ein Naturgeist, interessant.“, sagte sich Godot und zog sein eigenes Schwert.

Ahnungslos schulterzuckend stand Markus vor der Tür des Hauses wo früher Lukas gewohnt hatte. Ihm wollte und wollte Lukas‘ Nachname einfach nicht mehr einfallen. Die derzeitige Bewohnerin, auch eine alte Bekannte aus Jugendtagen, sah ihn fragend an. Er lächelte schüchtern zurück und lief rückwärts die Treppenstufen hinunter. Ein kurzes Tschüß, über sie Schulter geworfen, und schon war er wieder weg.
Markus hatte es lange und mit für ich ungewöhnlicher Ausdauer versucht. Zuerst freundlich, dann gemein, dann erpressend und zum Schluß schreiend hatte er alles getan auf diesen verdammt Flugplatz zu gelangen. Keine Chance. Xzan folgte ihm pausenlos und beschwerte sich, dass es zu wenig zu trinken gäbe.
Nun hatte Markus nur noch eine – relativ gesehen – Hoffnung, seinen alten ‚Freund‘ Lukas, der ja nun bei der Polizei einen recht hohen Rang hatte. Vielleicht könnte…nein, die Frage war nicht ob er es konnte sondern ob er es wollte. Ob er ihm helfen wollte auf diese elende Landebahn zu kommen, dass er endlich wieder nach Kasshin käme.
Das Problem war jetzt nur noch Lukas zu finden.
Er stand mitten in der gnadenlos herunter prallenden Sonne und stöhnte. Klar, er wohnte doch jetzt dort. Kürzerer Weg zum Dienst. Ein kurzer Blick, aber kein Mensch war zu sehen. Dann flog er wieder los, in eine andere Stadt.

Der Geist hielt Godot nur für Sekunden auf. Es war unglaublich. Wirklich blitzschnelle Schläge mit dem Elementarschwert Godot’s und der Naturgeist hatte sich in viele größere und kleinere Stücke Holz verwandelt. Torû knurrte wütend und holte ein Pergament aus der Innenseite seiner Jeansjacke.
Chentu gesellte sich an Kenshin’s Seite, ein normales Metallschwert in den Händen.
Sylwia starrt nur fassungslos hin und her. Wer hatte erwartet, dass so etwas passieren würde. Doch endlich ging ein Ruck durch sie und sie stürmte die Treppen hinauf.
Kenshin schließlich griff mit einem Kriegsruf auf den Lippen wieder an. Doch so oft er auch zu hieb, entweder parierte Godot die Schläge, und das war meistens so, oder aber Kenshin’s Schwert prallte von der Rüstung ab.
Die Lage schien wirklich hoffnungslos, als die Erde zu beben begann. Gesteinsbrocken stießen in die Höhe und ein von Torû beschworener Golem grub sich aus dem Boden der Halle.
Der Golem war riesig, mindestens 5 Meter ragte er in die Höhe. Gewaltige Hauer aus Lehm ragten neben seinem geformten Gebiß hervor und sein ganzer Körper war so modelliert, dass es aussah, als trüge er eine Rüstung leichter Infanterie.
Mit einem schnellem Sprung brachte sich Chentu in Sicherheit. Kenshin hieb weiter wie von Sinnen auf Godot ein. Dann hob der Golem seine Faust und hieb mit voller Kraft zu. Doch kaum traf seine Faust die Rüstung zersprang sie schon in aber Tausende Teile. Durch den Schwung des Schlages kippte der Golem nach vorne und fiel auf Godot. Und wieder passierte das gleiche, kaum berührte ein Teil des Golems die Rüstung zersprang jener Teil.
Nicht einmal eine Minute später war vom Golem nichts mehr übrig.

Lukas sah sich grade ein Video an, dass zu seinem aktuellen Fall gehörte, die Zerschlagung eines Kinderpornorings, als es klingelte. Aufseufzend wuchtete er sich aus seinem Sessel und trottete zur Tür.
Dort angekommen, öffnete er sie und seine Kinnlade fiel vor Überraschung fast zu Boden.
„Hi!“, freundlich grinste Markus Lukas mit erhobener rechten Hand an.
Lukas keuchte auf, dort stand sein alter Freund Markus, der, so wie Thomas vor langer Zeit, eigentlich seit 2 Jahren verschollen war.
„Darf ich nicht hereinkommen?“, Markus sah ihn etwas verwundert an. Lukas, weiterhin entgeistert nickte und ließ Markus an sich vorbei, die Tür hinter ihm schließend.
Im Wohnzimmer angekommen warf sich Markus geradezu in die Couchecke, wo er auch früher immer gesessen hatte, und machte einen Laut der Befriedigung: „Tut das gut…“, den fragenden Blick Lukas‘ erkennend redete er doch weiter, „…endlich mal wieder zu sitzen. Bin die letzte Zeit nur noch auf Achse.“
Lukas antwortete ihm vorläufig nicht. Er musste seine Gedanken ordnen. Sein alter Freund jahrelang verschollen und jetzt tauchte er plötzlich wieder auf, als wäre nichts gewesen: „Was“, er schluckte, „was ist mit dir passiert?“
„Wieso? War doch nur nen paar Wochen weg – wie angekündigt.“
Lukas lachte trocken auf: „Ein paar Wochen? Seit zwei Jahren hat niemand mehr etwas von dir gehört oder gesehen!“ Nun war es an Markus entgeistert auszusehen: „ZWEI JAHRE??“ Er schrie nicht, war aber knapp davor. Lukas nickte nur weise zur Antwort. Markus ließ den Kopf hängen und murmelte etwas, das sich anhörte wie: „Luzi…du elender Betrüger…“

Ein Schatten im Raum, in dem die beiden saßen, veränderte seine Form geringfügig. Kaum merkbar. Als wäre es ein Gesicht, das boshaft grinste.

Er blieb still und Lukas wartete ab, was geschehen würde. Endlich gab sich Markus einen Ruck und erzählte Lukas einen Teil der Geschichte. Lächelte dieser am Anfang noch ungläubig so waren seine Augen am Ende vor Überraschung geweitet.

Dämonen – Kapitel 13

In Gedanken versunken Futzko stand in seinem Büro an der großen Fensterfront im 43. Stock des Hauptsitzes einer seiner Firmen. (das Fürsten der Dunkelheit Spezial)

Als könne man die Zeit töten, ohne
Die Unendlichkeit zu verletzen.
(Henry David Thoreau)

Tja, ihr alle, die nun (hoff ich wenigstens) sehnsüchtig auf eine Fortsetzung meiner Geschichte gewartet habt, werdet (zumindest zum Teil) enttäuscht. Da die 13 meine Glückszahl (wirklich!!!) und gleichzeitig meine Lieblingszahl (logisch) ist, nehme ich mir die Freiheit (auch wenn ich noch keine Ahnung hab, ob das genehmigt ist) in diesem Kapitel die Geschichte (wie ihr wohl schon gemerkt habt) NICHT (Allgemeines Gejammer??) fortzusetzen. Nein, ihr bekommt etwas „besonderes“ (in meinen Augen übrigens besonders schlecht…) vorgesetzt.
‚Fürsten der Dunkelheit‘, der Schwachsinn aus dem sich nach Jahren ‚Dämonen‘ entwickelt hat. Was meint ihr? Was ist besser?
Allerdings nehme ich mir hier auch noch die Freiheit, mal einige Leute zu grüßen (muss sein).
Als da wären Lukas, den ihr vielleicht mal für ein Kapitel als Gastautor vorgesetzt bekommt,
Ann-chan, die nicht tot ist(!!) und die ich hoffe bald wieder zu sehen (allerdings schreibe ich das so sehr im voraus, dass es geklappt haben dürfte, bis ihr es lest)
Sylwia, hörst du mal auf, dir Sorgen um mich zu machen?? (frag mich immer noch warum eigentlich),
Hannes, du überlebst den Bund schon, keine Sorge and, last but not least,
Markus, dem ich seinen Namen klauen durfte und der mir immer noch als Freund sehr wichtig ist…
Wie auch immer, viel Spaß mit ‚Fürsten der Dunkelheit‘
Hey, ich bin nur ein kleines, einsames Jüngelchen auf dieser großen, weiten Welt, also lacht drüber!

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Fürsten der Dunkelheit

Prolog

In Gedanken versunken Futzko stand in seinem Büro an der großen Fensterfront im 43. Stock des Hauptsitzes einer seiner Firmen.
Er war locker 1,80 m groß, hatte kurzes, schwarzes Haar und trug einen weißen Anzug mit roter Krawatte.
Durch seine Klingel aufgeschreckt drehte er sich zu seinem Schreibtisch um und machte grade den ersten Schritt in Richtung seines Sessels, als plötzlich das Klingeln abbrach. Nun mißtrauisch geworden, verharrte er kurz, ging dann aber zu seinem Schreibtisch und öffnete eine Schublade, in der ein seltsames und anscheinend äußert teures Medaillon lag.
Es hatte in der Mitte ein kleines Loch und war vollkommen golden, ebenfalls waren einige stark schimmernde Juwelen eingefasst. Das Loch hatte scharfe Kanten und er war sich sicher, dass dort irgendetwas eingeschoben werden konnte, etwas das perfekt passen würde.
Als er wieder aufsah, versuchte er noch aufzuschreien doch sofort legte sich eine krallenbewehrte Hand um seinen Hals.
Er hatte keine Chance…

I.

Als Markus von seiner Freundin nach Hause kam, hörte er wie ein Nachrichtensprecher, aus dem Fernseher, den er schon wieder vergessen hatte auszustellen, verlauten lies, dass: „…wurde die Leiche von Shumiro Futzko gefunden. Es scheint, dass es einen Überfall gab und er durch bisher ungeklärte Umstände aus dem Fenster seines Büros im 43. Stock stürzte. Nach Meinung der Sachkundigen war er schon bevor er aus dem Fenster fiel tot. Mitarbeiter meldeten, dass sie keinen Grund kennen würden, warum…“, er redet noch weiter, aber Markus’ Aufmerksamkeit war schon so weit gesunken, dass er nichts mehr hörte. Langsam und in Träume an seine Freundin versunken, stieg er die Treppe hoch in sein Zimmer, dass, wie immer, total chaotisch aussah. Er stieg ohne hinzusehen über jede Trittfalle und legte sich auf sein Bett, dann ließ er sein Lieblingslied, „I don’t want to miss a thing“ von „Aerosmith“ laufen, wobei er von vergangenen Zeiten träumte.
Gerade als er einschlief, klingelte es Sturm. Genervt ging er zur Sprechanlage: „Ja?“
„Markus? Markus Vester?“
„Äh, wahrscheinlich schon, ja.“
„Bitte lassen sie mich rein, ich muss mit Ihnen reden!“
„Aha, und wer ist da bitte?“
„Ich…ich heiße…. Foury. Ich bin äh war der Sekretär von Herrn Futzko.“
„….“
„Äh, Ihrem Chef!“
„…“
„Verdammt nochmal, dem Typ der die Firma, bei der sie arbeiten gekauft hat!“
„Hä? Und was wollen Sie hier?“, fragte Markus gelangweilt.
„Einen Auftrag meines Chefs ausführen.“
„Äh?“
Der Nachrichtensprecher sprach laut genug das er ihn hören konnte: „…und so stellt sich die Frage was nun mit dem riesigem Imperium von Shumiro Futzko passieren soll und…“
„Aber Sie wissen schon, dass er tot ist, oder?“
„Ja, aber es ist eine Frage der Ehre, ob ich das tue.“
„Hmm, ok, moment, bin gleich da.“
Verwundert legte Markus auf und ging zur Haustür. „Hi.“, sagte er und bemerkte dann, wer vor ihm stand. Seinen schwarzen, zerrissenen Jeans, dem schwarzen Papa Roach T-Shirt und der 1,89 m Körpergröße stand eine hübsche, junge Frau, mit mittellangen, blonden Haaren, grünen Augen und einer Körpergröße
von ca. 1,70m, wobei die weite, weiße Bluse und der kurze Rock sie nur noch verführerischer machten, gegenüber.
„Ah und sie sind ein Sekretär?“, meinte Markus verlegen.
„Bitte? Oh, ach so, tut mir leid, die Macht der Gewohnheit, vor seiner Frau nannte mich mein ehemaliger Chef immer Sekretär.“, lächelte die Frau.
„Mhm, äh…oh, tut mir leid, kommen sie doch bitte rein.“
„Gerne.“
Markus machte einen Schritt zur Seite und lies sie an sich vorbeigehen.
„Kann ich Ihnen irgendetwas anbieten?“
„Ein Gespräch, wenn möglich!“
„Haha…“, meinte Markus trocken und schenkte sich dann schnell ein Glas Cola in seiner Küche, die auch nicht besser als sein Zimmer aussah, ein und ging ins Wohnzimmer, wo die Frau schon wie selbstverständlich Platz genommen hatte.
„Ähm…also, um was geht es?“, fragte Markus.
„Hmm“, machte sie, „erstmal, könnten wir bitte zum du wechseln, Markus? Ich heiße mit Vornamen Sylwia. Und bevor du fragst, mein Vater war Deutscher und meine Mutter Japanerin.“
„Öhm…“, er wusste nicht genau, was er sagen sollte, also nickte er nur.
„Gut, dann wäre das geklärt. Also, warum ich hier bin, hmm, zuerst eine Frage: Glaubst du an Magie?“
„Magie? Ich weiß nicht genau. Ich glaube daran, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als wir uns vorstellen können, aber ob wir uns diese Dinge zu Nutze machen können, denn genau das wäre Magie, na ja, das weiß ich nicht. Außerdem weiß ich auch, dass ich dieses seltsame Gefühl habe, wenn offenes Feuer in meiner Nähe ist. Als würde ich es spüren…“
„Soso? Nun, was“, meinte Sylwia und legte ihre rechte Hand auf den kleinen Tisch vor ihnen, wobei sie die Handfläche nach oben legte, „was würdest du sagen, wenn ich dir denn unumstößlichen Beweis zur Existenz von Magie geben könnte?“
„Einen Beweis? Aber sicher. Natürlich. Gleich sagst du auch noch, dass du Zaubern kannst“, grinste er ungläubig.
Sylwia sagte nichts, sondern starrte konzentriert auf ihre Handfläche, wo es plötzlich anfing zu rot flimmern, das Flimmern steigerte sich zu einer minimalen Flamme, die immer weiter anwuchs bis sie ihre ganze Hand ausfüllte.
„Beweis genug?“, fragte sie lächelnd.
Markus antwortet nicht, da er viel zu beschäftigt war auf die Flamme zu starren, einige Zeit später fing er sich aber wieder und sagte: „Aber warum zeigen sie das gerade mir?“
„Nun, du bist die Person, die am meisten Potential aufweist und da das Böse anfängt die Welt zu erobern, brauchen wir so viel Unterstützung, wie nur möglich! Du hast doch gerade selbst gesagt, dass du Feuer spüren könntest. Deshalb sollten wir sofort anfangen mit den Übungen!“

III.

„Aber zuerst…“
„Ja?“
„Lass uns Tee trinken!“
„….“

Sylwia quartierte sich die nächsten Tage bei Markus ein und da er arbeiten musste, sah sie ihn kaum. Sehr zu ihrem Leidwesen. Doch dann am Donnerstag, einem Feiertag…
„Nur ein Scherz! *g* Also, zuerst die Einteilung der Magiearten: Es gibt Feuer-, Wasser-, Erd-, Eis- und Luftmagie, das wären Elementarsprüche.
Dann gibt es noch schwarze Magie, damit ist Untotenbeherrschung und ähnliches gemeint.
Die weiße Magie wird nur durch Hilfe der guten Götter bewerkstelligt.
Die graue Magie ist ein Gemisch aus Schwarzer und Weißer. Nicht wirklich gut und nicht wirklich böse. Sie wird für, na ja, für fast alles benutzt. Wer ein Meister dieser Magie ist, kann nicht falsch liegen.
Ähm, ja, Geistermagie. Mit ihr beschwört man Geister und ähnliche unnatürliche Wesen. Dort wird auch in schwarzer und grauer Magie unterschieden.“
„Moment, keine weiße?“
„Nein, denn mit der schwarzen werden Dämonen, Poltergeister und solche ähnlichen Dinger beschworen.
Mit der grauen werden Dschinne und freundliche Geister beschworen. Zum Schluß gibt es noch die äh Kampfmagie. Sie wird auch High Magic gennant. Alle anderen Magiearten lassen sich auch für friedlich Zwecke nutzen, bis auf diese. Mit ihr kann man sich selbst die unterschiedlichsten Waffen erschaffen. Die mächtigsten Sprüche darin, die ich kenne, sind Soulcutter und Earthbreaker. Also genaugenommen, kann man mit dieser Magie alle möglichen Waffen vom Messer bis zum Bogen erschaffen, wobei es dann natürlich noch auf die Stärke der Sprüche ankommt. Aber es gibt in dieser Magieart noch etliche Sprüche die verschollen sind oder die nur wenige kennen. Hmm, eigentlich sind von den Hunderten von Sprüchen vielleicht noch ein oder zwei Dutzend bekannt.
Das war jetzt mal die harte Grobeinteilung der verschiedenen Magiearten. Und?“
„Hä? Was „und?““
„Welche du lernen willst…“
„Äh, ach so, alle!“
„………..Du bist verrückt!“
„Wieso?“
„Allein um eine Magieart perfekt zu beherrschen, trainiert ein normaler Mensch ca. 20 Jahre. Wobei…“
„Wobei was?“
„Du könntest es auch schneller schaffen, also nenn mir das Spezialgebiet, dass du gerne lernen würdest.
„Hmm, ich denke Elementarmagie
„In Ordnung. Dann komm mal mit!“
„Und wohin?“
„Na zu deinem Trainingsort. Ich hoffe du hast hier schon alles geklärt, oder etwa nicht?“
„Tschuldigung, aber sie ka…“
„Du, wir wollten uns doch duzen!“
„Meinetwegen. Du kamst erst vor 3 Tagen hier an, hast dich gleich in meiner Wohnung breitgemacht und jetzt soll ich einfach so verschwinden? Und was soll mit meiner Freundin werden?“
„3 Tage????“
„3 Tage!!!“
„Freundin?“
„Freundin!“
„Wieso Freundin?
„Weil, …!“
„Weil was?“
„Weil ich männlich bin!“
„Und deshalb Freundin?“
„Genau!“
„Aha“
„Stimmt!“
„Soso?“
„Ja.“
„Nun, ähm, …“
„Ja?
„Also, …“
„Ja?“
„Äh…..“
„Ja?“
„Um nun zurückzukommen auf…..“
„Ja?“
„Auf, äh, ach verdammt, jetzt hast du mich durcheinander gebracht!“
„Ja?“
„ARGH!!!!!!!!!! JETZT REICHT’S!!!!!!!! HÖR AUF MIT DEINEM DUMMEN JA!!!!!!“
„Ja!“
*grr* Sylwia sah ihn ziemlich wütend an…
„WAAAAHH“
…und schoß einige kleine Flammenkugeln auf ihn ab.

Einige Tage später war Markus endlich bereit sein Training in Angriff zu nehmen. Er hatte seiner Freundin erklärt, dass er:“…einige Wochen weg müsse, Arbeit und so…“ und hatte sich von der Firma freigeben lassen.

Nach mehrstündiger Fahrt kamen sie dann bei zum Stuttgarter Flughafen, wo sie in eine kleine Privatmaschine einstiegen. Sylwia nutzte die Zeit schonmal für einige Kampftechniken, die Markus auch in der Enge des Flugzeugs lernen konnte. Er war so gut, dass er sogar schon ein wenig das Feuer und die Erde beherrschen konnte.

Als Markus aus der Maschine stieg, sah er nur einige Holzbaracken und einige kahle Bäume. Der Blick auf den Horizont wurde durch riesige Felsmassive versperrt. Sylwia trieb ihn vorwärts und nach einigen Schritten hatte er das Gefühl durch ein Tor getreten zu sein.
Plötzlich war es überhaupt nicht mehr kalt, sondern am Himmel strahlte die Sonne, etliche wunderschöne, grüne Bäume standen in langen Allen und es gab auch keine Felsmassive mehr sondern nur eine schier endlose Fläche dieser wunderschönen Gegend.
„Wow!“
„Tja, das hättest du wohl nicht erwartet, was Markus?“, meinte Sylwia freundlich, „Mal sehen ob Meister Chentu da ist oder ob er die Schüler vermöbelt!“
Plötzlich spürte Markus etwas hinter seinem Rücken. Er ging in die Knie, rollte sich gleichzeitig zur Seite und sorgte dafür, dass er in Kampfhaltung und um 180° gewendet wieder stand.
In die Knie gegangen, den linken Arm leicht angewinkelt vorgestreckt und den rechten Arm so angewinkelt, das der Ellenbogen einen 90° Bogen erreichte hinter den Kopf haltend stand Markus bereit.
Doch niemand war da.
„Hahaha“, hörte er hinter sich ein Lachen und da Sylwia nichts gemacht hatte, ging er aus der Kampfstellung und drehte sich um. Hinter ihm stand ein ca. 2m großer Mann, mit braunen Haaren und einem kleinen Ziegenbart. Er trug einen schwarz-roten Anzug und einen langen, weißen Umhang. Plötzlich wehte ein heftiger Wind und sein Umhang machte sich geradezu selbstständig. Er umhüllte plötzlich, ohne das der Mann etwas getan hätte, seinen Körper, anstatt in Windrichtung zu wehen.
„Was ist das?“, meinte Markus ungläubig.
„Das? Oh, nur etwas Magie. Aber, wer bist du eigentlich?“, antwortet der Mann.
„Ich heiße Markus. Und du?“
„Das wirst du schon noch rausfinden. Folge mir!“

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Ich hab’s ja gesagt…hehe…

Aber bevor ich’s komplett vergesse, einige unter euch haben oder werden noch bemerkt (-en), dass ich ziemlich viel zitiere. Texte aus verschiedenen Büchern/Romanen (die noch kommen; können sowohl Sachbücher, in unserer Welt existierende Romane oder in Bücher stehende Bücher sein – verständlich?), Liedtexte, usw. Das ist NICHT von mir, alles klar?
Und von wem die Zitate am Anfang der Kapitel sind, steht meistens dabei. Wenn nicht, dann weiß ich es schlicht und ergreifend nicht. Gut? Gut!
Was ich auch noch sagen sollte, die Geschichte war anfangs wirklich so geplant, dass der Titel ‚Dämonen‘ einen Sinn ergibt, dummerweise hat sie sich jetzt falsch entwickelt, ja, meine Schuld.
Bis nächste Woche (sowas wollte ich schon immer sagen…)

Dämonen – Kapitel 12

Gerade erlosch das letzte Sonnenlicht in diesem Teil des Landes, als ein seltsam grelles Licht aus der Gasse drang, vor der Michael kampierte. Er kannte diesen Schein, es war der Schein einer Explosion.

Alkohol is keine Antwort,
aber man vergisst beim trinken die Frage.

Gerade erlosch das letzte Sonnenlicht in diesem Teil des Landes, als ein seltsam grelles Licht aus der Gasse drang, vor der Michael kampierte. Er kannte diesen Schein, es war der Schein einer Explosion. Der Knall würde ihm das Trommelfell zerreißen. Obwohl er wusste, dass es wohl kaum etwas nützen würde, schmiß er sich in den Abflußweg des fallenden Wassers und hielt seine Hände vor seine Ohren. Dann lag er da, zitternd. Und doch,
es gab keinen Knall der ihm das Trommelfell zerriß, nicht einmal einen Laut, bis auf schnelles Stolpern und ein leises Murmeln, dessen Worte Michael erst verstand, als er seine Hände wieder von seinen Ohren nahm: „…‘Gates of earth‘, endlich hat es funktioniert.“
Langsam richtete sich Michael auf und kroch durch das Wasser soweit vor, dass er bequem in die Gasse sehen konnte. Ein noch recht junger Mann mit blonden Haaren stand dort. Klein, aber sehr muskulös. Eine Jeans und ein schwarzes T-Shirt mit seltsamen Aufdrucken, Michael wusste nicht, was sie zu bedeuten hatten, machten seine Kleidung aus. Hinter ihm war…ja was? Es schien wie ein Tor, ein Tor wohin? Michael wusste es nicht, aber er fühlte, dass es dort besser wäre, als hier. Hier – diese Welt die nichts, aber auch gar nichts für ihn getan hatte. Trunken von Hoffnung kroch er auf das Tor zu. Doch der Mann bemerkte ihn schon bald, zu bald: „Hey du! Was hast du vor?“ Michael beachtete ihn nicht, er kroch immer weiter. Kam nicht auf die Idee, aufzustehen und zu laufen, dass dauerte zu lange, auch wenn es eigentlich schneller gehen würde, stände er auf seinen Füßen.
Die zwei Gedanken stritten sich in seinem von Alkohol zerfressenen Gehirn und er kroch weiter.
Der Mann starrte ihm hinterher, doch plötzlich weiteten sich seine Augen erschreckt. „NEIN!!“, er sprang über einen Haufen Abfall und lief dann so schnell er konnte.
Jemand anderes war aus dem Tor gekommen, nun, getorkelt würde das wohl besser beschreiben. 3 tiefrote Hörner prägten die Stirn des ansonsten recht normal aussehenden Wesens. Der Mann wusste, wer bzw. was es war. Es hieß ‚Xzan‘, ein trinkender aber auch äußerst mächtiger Dämon. Der Mann hatte vorläufig keine Ahnung, was er gegen Xzan ausrichten sollte, aber das war ihm egal. Nie wieder unschuldige Opfer, er hatte es sich geschworen.
Xzan beachtete Michael nicht. Er kannte ihn, hatte hin und wieder eine Flasche oder zwei oder drei mit ihm getrunken. Und Xzan wusste auch, denn obwohl er betrunken war konnte er überraschend gut denken, dass, wenn Michael weiter kroch, er ob so oder so dorthin geraten würde, wohin er käme, würde Xzan ihn töten. In die Hölle.
Er richtete seinen verschwommenen Blick auf den jungen Mann: „Markus?“
Der Mann nickte, den natürlich war es niemand anderes: „Was willst du?“
Xzan spürte etwas in seiner Kehle aufsteigen und rülpste, dann antwortete er, sich an der Mauer eines Hauses abstützend: „Ich…“, seine Gedanken rasten. Hatte er einen Befehl oder nicht? Warum war er hier? Egal!, „ich wollte mit dir kommen…“

Irgendwo schlug sich ein makellos gekleideter Geschäftsmann mitten in einer Besprechung vor die Stirn und stöhnte anhaltend: „Dieser…verdammte Idiot!“ Seine Gesprächspartner sahen ihn wütend an, zwei Wächter zogen ihre Waffen. Der Vorsitzende des Vereins, mit dem er sprach, wollte etwas sagen, doch der Geschäftsmann murmelte nur: „Halt’s Maul!“, bewegte seine Hand schwunghaft in Kreisen und plötzlich zerfiel jeder im Raum Anwesende bis auf ihn in viele Stücke. Er ging zum Kopf des Vorsitzenden und hob ihn auf, dann grinste er ihn an: „Sein oder Nichtsein. Das ist hier die Frage!“ Mit diesen Worten warf er den Kopf weg und ging aus dem Zimmer.

Markus sah ihn außerordentlich überrascht an. „Vergiss es. Zur Schule kannst du nicht mit, das weißt du!“
„Und wenn ich immer auf dich warte. Einen Pakt, ja?“, plötzlich war Xzan ganz von dieser Idee begeistert, „Ich tue, was du willst und du sorgst dafür, dass ich nicht dauernd zurück in die Hölle muss.“ Er murmelte noch etwas, dass sich für Markus wie: ‚Da gibt’s für mich zu wenig zu trinken‘ anhörte, dann sah er ihn fragend an.
Markus seufzte, er hatte sowieso keine Wahl So gutmütig Xzan sein konnte, so leicht brauste er auch auf. „Meinetwegen.“ Er murmelte das Wort: „Free!“ und winkte ab, als Xzan sich bedanken wollte.
„Dann los, komm mit…ach nein, halt. Hol ihn erstmal weg da!“, mit diesen Worten deutete er auf Michael, der nun direkt vor dem Tor war. Xzan’s Hörner leuchteten kurz auf, dann flog Michael durch die Luft und landete sanft dort, wo er schon vorhin gelegen hatte.

Später wusste Michael nichts mehr von dem, was passiert war. Doch das Geld, welches plötzlich in seinen Taschen war, ließen ihn das Leben für die nächsten 6 Tage genießen. Dann brach er, kurz bevor er beim Arzt seinen Termin hatte, zusammen. Diagnose: Herzversagen.

Markus erhob sich aus eigener Kraft in die Luft: „Airwing!“ und raste los. Er wollte zum nächsten Flughafen, denn dort müsste wieder ein Tor sein. Ein Tor zu Kasshin. Xzan hielt sich knapp hinter ihm und so war er alleine mit seinen Überlegungen. Was die Leute bei Kasshin wohl sagen würden, wenn er nun nach diesen paar Wochen wieder auftauchte? Er freute sich schon auf die Mienen der dort lebenden Menschen.
Die ganze Zeit kam ihm nicht in den Sinn, dass ihn Kasshin’s Bewohner möglicherweise unfreundlich wieder aufnehmen würden.

Dämonen – Kapitel 11

Chentu stand vor Sensei’s Zimmertür, ohne anzuklopfen stürmte er hinein. Sie war nicht da. Kurz verharrte er verwundert, dann sprintete er weiter. Zu ihrem Büro.

ann bleib halt in deiner Naivität!
(Tina)

Chentu stand vor Sensei’s Zimmertür, ohne anzuklopfen stürmte er hinein. Sie war nicht da. Kurz verharrte er verwundert, dann sprintete er weiter. Zu ihrem Büro.
Nur kurze Zeit später stand er auch hier, dieses Mal klopfte er an. Sensei war eine Frau, die gewisse Erwartungen hatte. Kaum hatte er den Knöchel das zweite Mal von der Tür entfernt, griff er an die Klinke und drückte sie hinunter, gleichzeitig versuchte er die Tür aufzuschieben. Doch es ging nicht. Die Tür war verschlossen. Ein scharfer Ruf ertönte hinter der Tür und dann: „Ja?“ Chentu antwortete, atemlos, wie ihm erst jetzt auffiel. „Ich bin es. Warum hast…haben Sie abgeschlossen?“
„Muss ich mich vor dir rechtfertigen?“ „Nein, natürlich nicht. Verzeiht. Aber, da dringt irgend jemand oder etwas hier zu uns vor. Die Schutzvorrichtungen werden eine nach der anderen ausgeschaltet..“, er stockte. Sensei sollte so etwas eigentlich schon längst wissen. Und doch, sie tat nichts, außer einen letzten Satz zu sprechen: „Dann tut etwas dagegen.“
Chentu stand vor der Tür und schüttelte den Kopf. Was war hier nur los? Was war mit ihr los? Sekunden dachte er nach, dann kam er zu der Überzeugung, dass es Zeit hätte und rannte wieder los. Dieses Mal in die Eingangshalle.

Sensei saß weiter vor ihrer Lektüre, absolut gefesselt von den Geheimnissen, die sich ihr dort offenbarten. Sie hatte Dinge wie diese schon vor Hohn lachend vernichtet, ausgelöscht. Sie hatte diese Texte sogar komplett und gebunden in ihrem Regal stehen und auch teilweise studiert oder es zumindest versucht. Damals war es für sie fast witzig gewesen, was im ‚Necronomicon‘ stand. Aber dieses Mal…dieses Mal war es anders.

Es geschah also, wie zuvor verkündet, daß ER von JENEN, welchen ER Trotz geboten, ergriffen und in die tiefsten Tiefen unter dem Meer gestoßen und in den muschelbedeckten Turm, der, wie’s heißt, inmitten der Ruinen der Versunkenen Stadt (R’lyeh) aufragt, gesperrt und mittel des Älteren Zeichens eingesiegelt ward; doch als ER tobte und JENE, so IHN eingekerkert, beschimpfte, erzürnte ER SIE noch mehr, so daß SIE zum anderen Mal über IHN herfielen und IHN in einen dem Tode ähnlichen Zustand versetzten, in welchem ER aber träumend verharrt an jenem Ort unter dem großen Wasser; dann kehrten SIE dorthin zurück, von wo SIE gekommen, zum Stern Glyu-Vo nämlich, welcher sein Licht zur Erde schickt von der Zeit, da die Blätter fallen, bis zu der Zeit, da der Pflüger wieder über die Felder geht. Und dort wird ER in Ewigkeit liegen und träumend, in SEINEM Haus in R’lyeh, zu dem sogleich all SEINE Günstlinge schwammen, gegen mannigfaltige Hindernisse ankämpfend, und sich dort versammelten, um auf SEIN Erwachen zu warten, denn sie waren nicht imstande, das Ältere Zeichen zu berühren, und fürchteten sich vor seiner großen Macht, wußten aber, daß der Kreis sich schließen und ER freikommen würde, um die Erde erneut sich zu eigen und zu SEINEM Reich zu machen und den Älteren Göttern abermals Trotz zu bieten. Und auch SEINEN Brüdern widerfuhr es, daß SIE wurden ergriffen von JENEN, welchen SIE Trotz geboten, und in die Verbannung geschleudert: DER WELCHER NICHT GENANNT WERDEN DARF ward in den Äußeren Raum geschickte, jenseits der Sterne, und ein Gleiches geschah mit den anderen, bis die Erde von IHNEN befreit war, worauf JENE, die in der Gestalt von Feuersäulen gekommen, an IHREN Ursprungsort zurückkehrten und nicht mehr gesehen wurden. Friede herrschte nun überall auf der Erde und ward nicht gebrochen, indes IHRE Günstlinge sich sammelten und nach Mitteln und Wegen zu suchten, um die Alten Wesen zu befreien, und warteten, bis der Mensch kam, um geheime, verbotene Orte zu erforschen und das Tor zu öffnen.

Kenshin lächelte noch einmal grimmig. Er hatte das Gefühl, dass es die letzte Gelegenheit für ihn zu lächeln war. Er rüstete sich. Eine Lederrüstung, natürlich (natürlich…) magisch geschützt vor Elementarmagie, dazu sein derzeit bevorzugtes Schwert – ein Elementarschwert des Elements Feuer. Zwei Wurfmesser des Elements Erde steckten in seinem Schultergurt, nun nahm er ein Stück Stoff aus einer kleinen, alt aussehenden, aber gut erhaltenen Holztruhe. Er heftete es sich an seine Brust und gedachte einen kurzen Moment seiner Tochter, seiner Frau. Dann sah er noch einmal aus dem Fenster und dachte an doch recht schöne Zeiten, die er hier erlebt hatte.
Doch sofort war für ihn diese Augenblicke der Gefühle vergangen und er öffnete die Tore der Halle. Schnellen Schrittes eilte er in die Eingangshalle.

Torû hatte endlich auch den letzten draußen herumstreunenden Schüler eingesammelt und auf sein Zimmer geschickt. Jegliche Lehrer waren abberufen worden die Schüler zu schützen. Pro Korridor 2 Lehrer, 6 Korridore mit jeweils 6 Doppelzimmern. Während er weiter lief, nur Sylwia fehlte noch, schüttelte er den Kopf. Wenn er an seine Schulzeit dachte…damals waren es Hunderte von Schülern und Dutzende Lehrer gewesen. Und das waren dann Kämpfe, Schlachten, wenn es jemand gewagt hatte, sie anzugreifen. Er hoffte bloß, dass Sensei die Wächter der Schule schon geweckt hatte. Und dort stand Sylwia. Schnell erklärte er ihr die Situation und ohne unnütze Fragen oder Widerspruch folgte sie ihm in die Eingangshalle.

Dort standen die vier nun. Kenshin stellte sich an die Spitze, Torû rechts hinter ihm, Sylwia links hinter ihm und Chentu stellte sich direkt hinter ihn, so dass die drei eine Linie bildeten. Jegliche Anspannung fiel nun nach und nach von ihnen ab. Hier standen sie, vier der mächtigsten Magier der diesseitigen Welt und auch jenseitiger Welten. Was sollte schon geschehen?
Dann ertönten Schritte wie Paukenschläge, sie stoppten vor dem Tor des Schulgebäudes. Mit einem infernalischen Krachen flog das Tor, noch verriegelt, aus den Angeln gerissen, auf die vier zu. Kenshin lachte ihn Gedanken trocken und kurz auf. Eine Zuschaustellung angeblicher Macht. Er grinste, zog sein Schwert und zerteilte die Torflügel so, dass sie gerade noch an Torû und Sylwia vorbei flogen.
Dann legte sich der Staub, der durch die magische Kraft aufgewirbelt worden war, wieder und Kenshin erkannte, wer da in einer tiefschwarzen Rüstung, bedeckt von seltsam leuchtenden, verschlungenen Symbolen und Masken des Horrors, vor sie trat.
„Godot“, aus heiserer Kehle geflüstert, ließ dieser Name, so schien es, die ganze Schule erzittern.

Dämonen – Kapitel 10

Irgendwann schlich sich der Schmerz doch in Markus‘ Fäuste. Er stoppte seine Schläge und besah sich seine Knöchel. Aufgeplatzt, blutgetränkt, dumpf pochend.

Du bist vom Himmel gefallen, schöner Morgenstern,
der du die Heiden schwächtest!
Dachtest du doch in deinem Herzen:
>>Ach ich will in den Himmel steigen und
meinen Stuhl über Gottes Sterne erhöhen;
ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung
in der fernsten Mitternacht;
ich will über die hohen Wolken fahren und
gleich sein dem Allerhöchsten.<<

Irgendwann schlich sich der Schmerz doch in Markus‘ Fäuste. Er stoppte seine Schläge und besah sich seine Knöchel. Aufgeplatzt, blutgetränkt, dumpf pochend. Er riß einige Streifen aus seinem Lacken und verband sie damit. Dann packte er einige persönlichere Sachen zusammen, verstaute sie in seinem altem Schulrucksack, den er auf einem Stuhl abstellte.
„Komm noch einmal!“, Markus rief IHN und ER erschien. Immer noch in SEINEM Outfit, welches ER auch vorhin am Leibe getragen hatte.
„Wie? Hast du dich umentschieden? Willst du doch mitkommen? Stippvisite, wie?“, Markus nickte und ER lächelte wissend. Dann reichte ER ihm seine rechte Hand: „Kein Handel. Nur ein Besuch bei mir. Wir sind uns einig?“, ohne nachzudenken ergriff Markus SEINE rechte Hand und dann wurde der Raum in einen leicht stechenden Geruch getaucht – Schwefel.

Ja, zur Hölle fährst du,
zu tiefsten Grube.
(Jesaja 14)

Monate zogen ins Land und Torû hatte seit damals nie wieder etwas von Markus gehört, geschweige denn ihn gesehen. Er saß mit Sylwia im Park Kasshin’s und rauchte. Es war Jahre her, dass er sich das letzte Mal eine Zigarette angezündet hatte, doch er war es noch gewohnt.
„Was meinst du, was mit ihm geschehen ist? War Kenshin zu…streng?“, gut merklich hatte Sylwia vor ihrem letzten Wort gezögert. Torû wusste warum. Kenshin war nicht zu ‚streng‘, er war zu…kampfesfreudig. Erst jetzt bemerkte er, den fragenden Gesichtsausdruck Sylwia’s, sie wartete wohl auf eine Antwort.
Er lächelte sie an und antwortete: „Nein, ich glaube nicht. Ich denke eher, Markus war… ich weiß nicht. Sauer? Wütend? Ich wüsste zu gerne, was er bei seiner Prüfung erlebt hat!“
Ein Wassertropfen klatschte aus Torû’s Stirn: „Sogar das Wetter in dieser Dimension spielt seitdem verrückt, was eigentlich unmöglich ist. Was ist nur los? Glaubst du Kain ist wirklich verrückt genug, Karanga wieder erwecken zu wollen?“
Sylwia schüttelte nichtssagend ihren Kopf.

Chentu saß mit Sensei auf der Bank eines Pavillons: „Eigentlich ist es recht seltsam. Hier in der Welt des ewigen Sommers einen Wintergarten aufzubauen.“, meinte sie nach Minuten der Stille und nahm ihren Kopf von seiner Schulter.
„Wieso? Es ist doch richtig schön hier.“, Chentu beugte sich zu ihr und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Wange.
„Wenn du meinst…“

Grimmig lächelnd stand Kenshin in der Trainingshalle. Er wusste, dass ihn sein Schicksal bald erreichen würde. Und er wusste auch, dass sein Schicksal der Tod war. Noch in diesem Jahr. Dem Jahr 666 der Zeitrechnung Kasshin’s. Dem Jahr 13 seit ihm sein Schicksal offenbart wurde.
Alleine die Zahlen sagten es. Bewiesen es. Es würde beginnen. Bald.

Torû stand in Markus‘ Zimmer. Nach was er suchte, wusste er selber nicht genau. Irgendeine Spur, ein Hinweis. Nicht, dass er es nicht schon früher versucht hätte, aber er hatte ein schlechtes Gefühl für die Zukunft. Schon immer gehabt. Schließlich endete es wieder dort, wo es immer geendet hatte. An dem Buch, in dem Markus vor Zeiten das Gedicht gefunden hatte.
Torû schlug die Seite auf, welche durch den senkrechten Strich in der Mitte geteilt war. Er schlug sie auf…und erschrak. Sie war nicht mehr leer. Zwei Gedichte standen sich gegenüber. Auf der linken Seite stand dieses:

Ich war nicht – ich bin und werde sein.
Ich glaube nicht – ich weiß.
Ich brauche nichts – ich habe.
Ich suche nicht – ich finde.
Ich versuche nichts – ich tue.
Ich verliere nicht – ich gewinne.
Ich vergesse nichts – ich erinnere.
Ich fürchte nichts.
Ich hungere nicht.
Mich dürstet es nicht.
Ich trauere nicht.
Ich liebe nicht – ich hasse.
Ich träume nichts – wozu?
Ich bin kein Mensch – warum?
Es kümmert mich nicht.
Und auf der rechten Seite dieses:
Ich war und ich bin – ich werde nicht immer sein.
Ich weiß nichts sicher – aber ich glaube.
Ich habe nicht viel – und doch, es reicht mir.
Ich finde nur wenig – ich suche mehr.
Ich tue was ich kann – und versuche was ich nicht kann.
Manchmal gewinne ich – oft verliere ich.
Ich erinnere mich an viel – und vergesse auch viel.
Ich fürchte mich.
Ich hungere.
Es dürstet mich oft.
Ich trauere – doch nicht ohne Grund.
Ich hasse vieles – doch ich liebe es mehr zu lieben.
Ich träume – wozu?
Ich bin ein Mensch – warum?
Weil ich träume, trauere und liebe und es ist schöner so!

Torû wunderte sich. Er kannte diese Texte sehr gut. Er kannte sie fast so gut wie sich selbst. Aber wie kamen sie in dieses Buch? Und noch dazu in seiner Handschrift.
Er legte das Buch wieder so auf den Schreibtisch, wie es vorher gelegen war und verließ das Zimmer wieder. Was nur hatte das zu bedeuten?

Sylwia lag weiterhin im Park. Sie konnte ein wenig Wassermagie, so dass sie Regen wahrlich nur wenig gestört hätte, aber es regnete ja nicht.
Einen langen Grashalm im Mund zerkauend, lag sie auf der Wiese, die Arme verschränkt. Wo wohl ihr Verlobter zur Zeit war? Sie wusste es nicht, hatte seit 4 Jahren nichts mehr von ihm gehört.
Der – tagsüber – ewig blaue Himmel machte sie schlaftrunken. Nichts war mehr so, wie es damals gewesen war. Es hatte ihr damals auf eine fast perverse Art Spaß gemacht, sich um Thomas Sorgen machen zu müssen. Unglaublich, aber wahr. Sie selbst hatte oft Ereignisse eingefädelt, um ihm seine Freude zu vermiesen. Heute fragte sie sich warum. Wäre er anders, wenn sie das nicht getan hätte?

Sensei saß nun in ihrem ‚Büro‘, dem Raum, in dem sie Markus damals die Grundzüge erklärt hatte. Vor ihr lag ein ‚Heft‘, Kenshin hatte es für sie aus Markus‘ Zimmer geholt. Woher hatte er nur diese Schriften bekommen?
‚Al Azif‘, das war wirklich kein gutes Buch!

Man möge kaum glauben, daß der Mensch der älteste oder der letzte der HERREN der Erde sey, und auch nicht, daß der größere Teil dessen, so Leben und Substanz hat, allein hienieden wandle. Die Alten Wesen waren, die Alten Wesen sind, und die Alten Wesen werden sein. Nicht in den uns bekannten Räumen, sondern dazwischen wandeln SIE ruhig und seit Urzeiten einher, keiner Dimension zugehörig und unsichtbar für uns. Yog-Sothoth kennt das Tor, denn Yog-Sothoth ist das Tor. Yog-Sothoth ist der Schlüssel und der Wächter des Tores. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – was war, was ist, was sein wird, all das ist eins in Yog-Sothoth. Er weiß, wo die Alten Wesen vordem hindurchbrachen und wo SIE dereinst hindurchbrechen werden, auf daß der Kreis sich schließe. Er weiß, weshalb niemand SIE sehen kann, wenn SIE einherwandeln. Bisweilen vermögen Menschen IHRE Nähe an IHREM Geruch zu erkennen, welcher der Nase fremd und wie der eines Wesens von hohem Alter ist; doch IHRE Gestalt kennt kein Mensch, und vermittelt nur manchmal das Aussehen derer, welche SIE mit Menschen zeugen und welche gar schrecklich anzusehen, einen Eindruck davon, dreimal schrecklicher aber sind die Erzeuger; doch von diesen Abkömmlingen gibt es etliche Arten, im Aussehen beträchtlich verschieden, welches reichet vom wahrhaftigsten, gefälligsten Abbild des Menschen bis zu jener nicht sicht- und nicht greifbaren Gestalt, so IHNEN eignet. SIE wandeln unsichtbar umher, SIE wandeln voll Bosheit an Orten, wo die WORTE gesprochen und die RITUELLEN GESÄNGE geheult worden sind zu IHREN Jahreszeiten, so im Blute liegen und sich von den Jahreszeiten der Menschen unterscheiden. Der Wind schwatzt mit ihren IHREN Stimmen; die Erde murmelt IHRE Gedanken. SIE biegen die Bäume des Waldes. SIE lassen die Wellen aufbranden, SIE zerstören die Städte – doch weder der Wald noch der Ozean noch die Städte sehen die Hand, die an sie gelegt wird. Kadath in der Kalten Wüste kennt SIE, aber welche Mensch kennt Kadath? In der Eiswüste des Südens und auf den versunkenen Inseln des Ozeans stehen Steine, die IHR Siegel tragen, doch wer hat die tote Stadt in der Tiefe gesehen oder den versiegelten Turm, um den sich seit langem der Seetang windet und der von Muscheln bedeckt? Der Große Cthulhu ist IHR Verwandter, doch vermag er SIE nur undeutlich wahrzunehmen. Wie eine Pest werden SIE über die Rasse der Menschen kommen. IHRE Hand liegt auf immer an der Kehle des Menschen, vom Anbeginn bis zum Ende aller Zeit, doch niemand sieht SIE; und IHR Aufenthaltsort ist eins mit der bewachten Schwelle. Yog-Sothoth ist der Schlüssel zum Tor, an welchem die Sphären zusammentreffen. Jetzt herrscht der Mensch, wo SIE einst herrschten; bald werden SIE wieder fort herrschen, wo jetzt der Mensch herrscht, Auf den Sommer folgt der Winter, und auf den Winter der Sommer. Geduldig und voller Macht warten SIE, denn hier werden SIE wieder herrschen und wenn SIE zurückkehren, soll niemand sich IHNEN widersetzen und sollen alle IHNEN untertan sein. Diejenigen, welche die Tore kennen, werden gezwungen sein, IHNEN den Weg zu bahnen und IHNEN zu dienen, wie SIE es wünschen, doch diejenigen, welche das Tor unwissentlich öffnen, werden binnen kurzem die Folgen zu spüren bekommen.

Ohne Möglichkeit sich von der Lektüre zu trennen, las sie weiter, bis es dunkel wurde und weit, weit darüber hinaus.

Torû lief wieder auf der Suche nach Sylwia Richtung Park, als ihn Chentu abfing: „Wohin?“ Freundlich antwortete Torû: „Ich suche Sylwia. Irgendetwas stimmt hier nicht – ich wollte ihre Meinung hören.“
Chentu grinste: „Bald wird es beginnen. Bald kommt ER und darauf…und darauf…ich frage mich, was wir tun sollen…“
Torû nickte bestimmt: „Wir müssen uns bereit machen!“
Auch Chentu antwortete mit einem Nicken: „Die Lehrer von ‚Nasshin‘ und ‚Masshin‘ und ihre 8 besten Schüler sollen schon auf dem Weg hierher sein. 24 Magier, mächtige und disziplinierte Magier, die auf unserer Seite stehen.“
„Ob das genügen wird?“, mit kummervoller Miene sah Torû durch ein Fenster, eigentlich nur eine Schießscharte in Kreuzform, ja, diese Schule war eine Festung, dann erstarrte er. Funken sprühten am Eingang in diese Nebendimension. Irgendjemand kam durch den (offiziellen) Zugang – unangekündigt!
Nun bemerkte es auch Chentu. So schnell er konnte lief dieser wieder nach oben, zu Sensei. Torû fackelte nicht lange und rannte, so geschwind wie ihn seine langen Beine trugen, nach draußen, mit dem Vorhaben die unvorbereiteten Leute, die noch draußen waren zu warnen.

Dämonen – Kapitel 09

Irgendwann war Markus wieder eingeschlafen. Er träumte vom Tode seiner größten, wenn auch nicht einzigen Liebe…

I’m dying to win the battle I life everyday
…..
I’m an animal, better set me free.
(Children of Bodom – Warheart)

Irgendwann war Markus wieder eingeschlafen. Er träumte vom Tode seiner größten, wenn auch nicht einzigen Liebe…
und von ihrem Tod. Trotz seines Schlafes weinte er bittere Tränen, die sein Kissen netzten.
Noch im Traum stand er alleine der ganzen Schule gegenüber – als Feind?

„Armageddon! Wisst ihr was das heißt?“, er lachte höhnisch in die Gesichter seiner alten Freunde. Kenshin’s Miene verzerrte sich vor Wut: „DU ELENDER!! Wie kannst du es wagen?“, dann stürmte er auf Markus zu.
Markus hob langsam die Hand und obwohl sich Kenshin mit übermenschlicher Geschwindigkeit bewegte, hatte Markus die Hand schon oben. Den Arm in Richtung Kenshins ausgestreckte, vier Finger gespreizt und nur den Zeigefinger auf Kenshin zeigend gerichtet, stand er da:
„Sorry, aber du hast keine Chance mehr!“, er grinste wieder höhnisch, „Firehole!“

Kenshin starrte ihn aus angstgeweiteten Augen an, als er durch das Loch, welches plötzlich unter ihm aufgetaucht war, fiel. Kurz hörte man noch den Beginn eines Schreies, dann war das Loch und auch Kenshin verschwunden. „Fireball!“ Eine Feuerkugel mit etwa einem Meter Radius raste in die Schlachtreihen der Schule und hinterließ eine Spur von Glas auf dem Boden. Wenn die Kugel auch in nur mittlerer Entfernung an den tapferen Kriegern, Markus konnte sogar ‚Ritter des Goldes‘ erblicken, vorbei flog, gingen sie mitsamt ihren Rüstungen in Flammen auf.
Nun hob Markus die Hand, zur Faust geballt, in die Höhe und ließ sie nur Hundertstel Sekunden später wieder herabfallen als sei sie ein Beil – ein Fallbeil.
Hinter ihm erscholl lautes Gebrüll und Orks, Trolle, Goblins, und wie sie auch alle hießen rannten an ihm vorbei, in den Kampf.

Überrascht schlug Markus die Augen auf. Sofort spürte er diese andere Person im Raum. Er richtete sich im Bett auf uns sah die Gestalt an, die an seinem Schreibtisch saß, ein ‚Heft‘ aus mehreren zusammengeschnürten Blättern in der Hand haltend. Seine Haare waren dunkelbraun und glatt gekämmt, eine Sonnenbrille vor den Augen und sonst irgendeinen Anzug. „Vermutlich eine italienische Marke“, dachte sich Markus.
Alles in allem fast das Klischee eines Killers: „Na, bist du aufgewacht?“ Markus nickte und zog sich wieder an die Wand zurück, seine Decke an sich pressend. Die Ausstrahlung der Person ließ ich frösteln. Nicht nur haßerfüllt, nicht einfach kalt, nicht mal so deprimierend. Eigentlich fühlte Markus jedes ‚schlechte‘ Gefühl der Menschen, von dieser Person in großer Menge aufsteigend: „Du weißt, wer ich bin, oder?“ Dann nickte er lächelnd: „Natürlich weißt du es.“ Er warf Markus das Heft vor die Füße. Dieser sah ihn erstaunt an: „Was ist das?“
„Al Azif – Das BUCH des Arabers, du hast doch damals von Thomas davon gehört!? Nun ja, es sind nur einige Auszüge. Das Buch zu lesen wäre vermutlich selbst für mich zu viel. SIE sind älter als ich, bedauerlicherweise. Allerdings werden SIE nicht zurückkehren, solange ich bin. Hast du Lust mitzukommen?“
„Zu dir? Nee du, lass mal.“ Markus zog seine Füße noch näher zu sich: „Was willst du?“
„Na, na, etwas freundlicher, ja? Ich wollte dir ein Geheimnis erzählen. Interesse?“
„Ein Geheimnis? Ja. Aber warum tust du das?“, Markus war erstaunt. Das hätte er nicht von ihm erwartet.
Der Mann grinste ihn verschmitzt an: „Wer weiß? Also, willst du es wissen – ja, du willst. Thomas lebt,
mehr musst du noch nicht wissen. Ihr habt damals den Zauberer, der eine Beschwörung verpatzt hatte, begraben. Er, also Thomas, ist sogar fast ständig in deiner Umgebung. Jetzt überleg mal!“, der Mann nahm sich einen Apfel aus der Schale, die auf dem Schreibtisch stand, biss herzhaft hinein und verließ bedächtig das Zimmer, die Tür hinter sich geöffnet lassend.
Markus sah ihm mit leicht geöffnetem Mund hinterher. Dann sprang er auf, riß die Tür zu, legte eine weitere CD ein und schlug so fest er konnte auf die Steinwand ein.
Er versank in Gedanken, spürte keinen Schmerz mehr. Die Musik, eine früher noch äußerst berühmte Death Metal Band (eben gerade Children of Bodom, von denen er damals, zum Joggen mit Chentu, auch ein T-Shirt angehabt hatte), drang in seine Gedanken ein.
I hear the first set going by
Watching myself slowly die
„Verdammt nochmal, warum musste das passieren?? Wieso hat er nie etwas gesagt? Thomas…“, immer weiter schlug er zu. Kleine Brocken Gestein fielen zu Boden, blutverschmiert.
What if the angel falls from grace?
Next, the fist that I get
„Thomas…Thomas…wir waren doch so gut Freunde! Damals – DSA, du sadistischer Meister.“, ohne Worte, ohne Tränen schlug er immer weiter auf die Wand ein.
I hear the first set walking by
Watching myself slowly die
„Deine ätzenden Sprüche, deine tröstenden Worte. Warum hast du mir nichts gesagt?“
When I heard it up here I said “angel”
Another angel, losing my way
„Wieso? Wieso? Verdammt! Und was tue ich jetzt? Spreche ich dich drauf an? Sage ich dir, was ich nun weiß?“
Did you ever kill the pain in my heart?
Even though, they say angels don’t kill
„Sage ich’s dir? Lass ich alles darauf beruhen? Und Ann-chan? Was ist mit ihr?“
It feels so cold
Yeah, I’ll watch it die
„Nein, ich sage es dir! Ich schreie es dir ins Gesicht! Ich will wissen, warum! Wozu! WESHALB!!! Oder?“
I’ll die alone