Dämonen – Kapitel 25

„Es ist soweit. Die Zeit ist gekommen, wir werden sterben!“, furchtsam flüsterte Jill, die einzigste Frau in Lukas‘ Trupp, diese Worte. Lukas schluckte und musste ihr, leider, Recht geben. Es war unwahrscheinlich, dass sie hier überleben würden.

Freundschaft entwickelt sich bei Essen und Wein.
(Prinz Nicholas Romanoff)

„Es ist soweit. Die Zeit ist gekommen, wir werden sterben!“, furchtsam flüsterte Jill, die einzigste Frau in Lukas‘ Trupp, diese Worte. Lukas schluckte und musste ihr, leider, Recht geben. Es war unwahrscheinlich, dass sie hier überleben würden.
Kaum hatten er und seine Leute die Bestandsaufnahme beendet, hatte sich ein schrilles Kreischen durch die Gänge auf sie zu bewegt. Alle hatten nachgeladen, entsichert und sich dann auf die 3 Gänge verteilt. Nach links und rechts je 2 Mann, nach vorne 3. Dann waren die Dämonen gekommen.
In den ersten Minuten schafften sie es sogar irgendwie sie auf Distanz zu halten, dann gingen die Magazine leer, die Munition wurde knapper und die Dämonen fielen, kurz nachdem Jill ihre letzten Worte von sich gegeben hatte, über sie her.
Sie war die Erste, aber für sie ging es wenigstens schnell. Einer der vorderen Dämonen verwandelte seinen Arm in etwas Schwertähnliches und schnitt ihr den Kopf ab. Ihr Gesichtsausdruck erstarrte: Erleichterung.

Die Zeit, seit die Dämonen erschienen waren, verging quälend langsam für Torû. Seine Gegner waren schwach, nichts im Vergleich zu Godot oder zu den Gefahren, als er den Gral gesucht hatte. Er grinste, als er an das Labyrinth dachte, welches ihm zum Gral hatte führen sollen. Er hatte ihn gefunden, das Gefäß, welches die Templer zumindest für den Gral gehalten hatten, nun wussten sie es wenigstens besser und er ebenfalls.
Mit jedem Hieb fiel ein weiterer Dämon und es schien auch so, als würde der Ansturm abschwächen.

Lukas stand, bis auf Matthias in seinem Rücken, alleine da. Die Gänge, die Wände, ja, selbst der Boden erschien ihnen wie die Hölle. Eine Gasse bildend wichen die Dämonen zur Seite und ein Mann in schicken, italienischen Markenkleidern kam heran spaziert: „Hallo Matthias!“, er lächelte als Lukas erschrocken herumfuhr.
Noch während der Drehung sah er gerade so, wie Matthias das Gewehr hob und zuschlug. Lukas drehte seinen Kopf weg, so das ihn der Kolben nur noch streifte, trotzdem ließ er sich fallen und tat so, als wäre erohnmächtig.
Matthias grinste den Mann an: „War das gut so?“ Der Mann nickte und schnipste mit den Fingern: „Ja, das war es. Holt ihn euch!“ Die Dämonen fingen an zu kichern und bevor Matthias noch etwas sagen konnte, hatten sie ihn unter sich begraben…
Lukas sprang auf und suchte eine Waffe an seinem Körper: „Wer bist du? Warum hast du das getan?“
Der Mann wandte sich Lukas zu, welcher nur ein kleines Messer gefunden hatte, welches er in der Hand hielt und furchtsam auf die wimmelnde Masse, aus der weiterhin Matthias‘ Schreie tönten, sah: „Er hat dich verraten, also ist es nur eine Frage der Zeit, bis er mich verraten hätte. Zu großes Risiko.“, er lächelte wieder und sprach weiter: „Lukas, du kannst froh sein, dass ich heute und beachte, ich sage heute, nicht wegen dir hier bin. Also, geh. Los!“
Bleich sah Lukas dem Mann in die Augen und erkannte dabei die Wahrheit: „Und was ist mit Markus?“
„Auch wegen ihnen bin ich nicht hier. Ihnen wird heute kein Leid durch meine Hand geschehen. Geh oder du wirst zu einem der ihren“, er zeigte auf die verschiedensten Dämonen, „gemacht.“
Und Lukas rannte los.

Es war kalt und dunkel um Xzan herum, doch sein Körper strahlte in einem Licht von sich selbst heraus. Vor ihm lagen 2 Engel am Boden, ihr Blick war glasig und es schien, als hätten sie sich in Erbrochenem gewälzt.
Xzan taumelte ein paar Schritte auf sie zu und hob eine Flasche in die Höhe, der Name war hier Programm: Wodka…“Das Engel so wenig aushalten!? Ich bin enttäuscht!“ Er rülpste und taumelte einem kleinem, golden leuchtendem Punkt entgegen.

Bevor einer der Beiden auch nur den Versuch eines Angriffes gestartet hatte, zuckte MacPain mit den Schultern: „Tja, sieht so aus, dass wir nicht kämpfen müssen.“
Markus sah ziemlich ungläubig aus: „Was bitte?“
„Der, der mich gerufen hat um dich zu beschäftigen, übrigens, ich sollte dich nicht töten! Jedenfalls der hat seine Arbeit hier beendet, also kann ich gehen! Mach’s gut! ‚Gates of dimension‘“
Ein wabernder, blauer Ring öffnete sich dort, wo MacPain seine Hand hinhielt und derselbe machte sich daran zu gehen, doch dann drehte er sich, als hätte er etwas vergessen, noch einmal um und lächelte: „Du hättest gewonnen. 2 Tipps, auch wenn ich Ärger bekomme! Erstens, lerne endlich deine inneren Kräfte zu wecken und zweitens, gehe das Leben wieder lockerer an. So angespannt wird niemals etwas für dich dabei rauskommen.“
Markus öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, doch MacPain war schon verschwunden – der Ring mit ihm.
Der Zurückgebliebene schloß seinen Mund wieder, schüttelte den Kopf und sah sich das Massaker in der Halle an. Es fiel erst jetzt in die Augen, dass zwar Dutzende, wenn nicht Hunderte von Dämonen herumlagen, doch kein Tropfen Blut, außer an den Stellen, an denen Menschen gestorben waren, war zu sehen.
„Darüber kann ich später nachdenken. Erstmal Lukas und die anderen finden!“, dachte er sich und rannte auch aus der Halle. Er merkte nicht, dass Torû nicht mehr bei ihm war, besser gesagt, er dachte nicht mehr an ihn.

Torû schüttelte seinen Kopf, um die Schatten an den Rändern seines Gesichtsfeldes loszuwerden, als ihm jemand kräftig auf den Rücken klopfte: „Du hältst dich gut, mein Freund!“
Ohne sich umzudrehen und die Person zu sehen, wusste er, wer es war: „Luzi…was willst du?“
„Nichts weiter. Ich wollte dir nur sagen, dass Markus sehr wohl weiß, was mit Thomas los ist…auch wenn es dazu einen kleinen Anstoß meinerseits bedurfte.“
Torû schloß die Augen: „Wieso?“ Doch es kam keine Antwort, Luzi war weg und er selbst wieder im Saal.
„Wo bin ich gerade gewesen?“, er dachte kurz darüber nach, während er zum Ausgang des Hauses spurtete, von dem er instinktiv wusste, wo er war.

Lukas stand vor einer kleinen, unscheinbaren Haustür und schrie seinen Wut und seinen Schmerz heraus, als sich eine Hand, kaum so schwer wie eine Feder, auf seine Schulter legte.
„Beruhige dich.“ Langsam drehte Lukas sich um. Er sah, wie eine zierliche, weibliche Gestalt spöttisch zu ihm hochsah und erinnerte sich plötzlich wieder. Er hatte sie mit einem Freund vor langer Zeit in einer größeren Stadt getroffen: „Sylwia.“ Sie nickte und wandte sich um, obwohl sie mit ihm sprach: „Du solltest nicht hier sein. Du gehörst nicht in den Kreis des Schicksals…wobei, jetzt vielleicht doch. Trotzdem, gehe bitte. Jetzt!“
Wieder sah sie ihn nach einer Kopfdrehung an und sprach weiter: „Bald ist es soweit. Die größten Bastionen der Menschheit sind gefallen…“ „Kasshin, Xasshin und Rasshin. Die 3 größten Magieschulen wurden alle im Abstand von jeweils 10 Jahren zerstört. Es ist so, wie sie sagt. Die Trennung der Dimensionen wurde stark geschwächt“, plötzlich unterbrach Markus Sylwia und lächelte ebenfalls Lukas an: „Danke, dass ihr versucht habt uns zu helfen und…es tut mir leid…um alle“
Lukas fielen erst jetzt wieder seine toten Leute an und beinahe hätte er sich auf Markus gestürzt: „Sie sind tot. Dazu wurden wir verraten. Meine Karriere, mein Leben seit unserer Zeit damals, ist vorbei. Bring mich nach Hause und lass dich nie wieder sehen.“
Markus‘ Lächeln war verblasst, aber er nickte und öffnete ohne großartige Gesten ein Tor, das, wie man sehen konnte, direkt in Lukas‘ Schlafzimmer führte. Ein einziger Gedanke genügte. Lukas trat ohne zurückzusehen auf seinen Weg zu, bliebt aber einen Schritt vor dem Tor stehen: „Sollte ich dich jemals wiedersehen, Markus,…bringe ich dich um.“ Mit diesen Worten ging er weiter und verschwand im Tor, welches sich direkt hinter ihm schloß.

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Dämonen – Kapitel 24

Markus lachte auf, höhnisch: „Wie bitte kommst du auf die Idee, dass du mich zu etwas zwingen könntest?“ „Nun“, MacPain brauchte nicht lange für eine Erwiderung, „das ist einfach.“, Er schnipste mit den Fingern und mit einem infernalischem Kreischen riß das Dach auf.

Shinjitsu wa itsumo hitotsu –
Es gibt nur eine Wahrheit

Das gibt’s doch nicht, ihn darf es einfach nicht geben…MacPain…

Der Geschäftsmann war MacPain und kaum hatte er seinen Zauber aufgehoben verwandelte sich seine Gestalt auch schon in die, des arroganten Jünglings aus der Mangareihe ‚Bastard‘.
Schwarze, in Form gebrachte Haare, ein kantiges Gesicht und ein überlegenes Grinsen auf den Lippen: „Ich, der Saitenspieler, wurde geschickt, um dich“, damit zeigte er auf Markus, „und dich“, er zeigte auf Hannes, „zu
holen.“
Markus lachte auf, höhnisch: „Wie bitte kommst du auf die Idee, dass du mich zu etwas zwingen könntest?“
„Nun“, MacPain brauchte nicht lange für eine Erwiderung, „das ist einfach.“, Er schnipste mit den Fingern und mit einem infernalischem Kreischen riß das Dach auf.

Goldenes, wärmendes Licht erfüllte den Raum. Xandro hob mühsam seinen Kopf und starrte in das Licht. Er merkte nicht, wie seine Augen in Flammen aufgingen. Diese Herrlichkeit. Er fühlte die Wärme, spürte das Göttliche, was seinen geschundenen Leib einhüllte….dann schrie er in grausamer Agonie auf.

Ein leuchtend – weißer Strahl verschlang Xandro und löste ihn auf. Als der Strahl verweht war, war nichts mehr außer dem schwarzgebranntem Boden hinter der ebenfalls aufgelösten Wand zu sehen.
Und zwei Engel stiegen herab. Hannes flüsterte ihre Namen: „Potentates…die Kräfte…und Virtutes, die Tugenden. Solch machtvolle Wesen hier vor mir? Das wird ein Spaß!“
Sein Körper dehnte sich und zerplatzte, die Hülle lag am Boden und er stand in einer unbeschreibbaren, sich ständig veränderten Form da. Mit wenigen, weiten Hopsern durchquerte er denn Saal, packte die beiden Engel, die nichts hatten sagen oder tun können und verschwand – mit ihnen.
MacPain zuckte mit den Achseln und streckte nichtssagend seine Hände aus: „Dann sind wir ja allein. Wobei, nicht ganz!“, sein ‚freundlicher‘ Gesichtsausdruck verwandelte sich kurz in eine Miene des Schmerzes, dann in ein triumphierendes Grinsen: „Viel Spaß, Torû, mit meinen Kleinen! ‚Gates of hell‘“
Ein waberndes Etwas, umhüllt von grauen Schwaden (es erinnerte Markus nicht im Geringsten an das Tor, welches Hannes benutzt hatte) erschien dort, wo vorher scheinbar göttliche Macht für Zerstörung gesorgt hatte.
Und heraus kamen Dämonen. Viele Dämonen.
Markus nickte kurz in Torû’s Richtung und konzentrierte sich auf MacPain, seine Muskeln wieder angespannt und seine Sinne auf Hochleistung gestellt.

Torû sah das Nicken von Markus und dachte, es habe ihm gegolten. Also sprang er in die Luft und kramte die Erinnerung an einen Zauberspruch hervor: ‚Soulsword‘.
Ein grau schimmerndes Schwert erschien wie aus einer anderen Dimension in seiner Hand und er hieb zu. Der erste Dämon, er sah aus wie ein dümmlich grinsendes Seuchenopfer, hob seine verrottende Waffe und versuchte Torû’s Schlag abzuwehren. Er hätte das wohl auch problemlos geschafft, doch die Waffe seines Gegners prallte nicht ab, sie glitt durch sein Schwert und durch seinen Körper. Ohne Verletzungen brach er zusammen und blieb seltsam verkrümmt liegen.
Ohne das zu sehen griff Torû den Nächsten an und erschrak als…

…jedes Fenster des Saales, welches noch existierte, dank eines heftigen Stoßes zerbrach. Durch jede Fensteröffnung seilten sich großgewachsene Männer in den Raum ab. Gekleidet in schwarz – blaue Kampfkleidung, mit schwarzen Sturmhauben und gefährlich aussehenden MG’s in den Händen haltend,
gingen sie ohne lange zu zögern in Kampfstellung und nahmen die Dämonen unter Beschuß. Nicht gelbes Mündungsfeuer sondern silbernes verspritzte die Kugeln, welche die Dämonen ein Stück zurücktrieben.
Wenigstens 40 Mann marschierten unter Dauerfeuer vor und drängte ihre Opfer immer weiter zurück.

Und MacPain sah wie Markus triumphierend auflachte und er wusste, dass nicht er eine Falle gestellt hatte, sondern in eine gegangen war, aber…er wusste auch noch etwas anderes.
Seine Finger wirbelten los und die Stahlseile, die an ihnen befestigt waren zischten durch die mit Geschrei und Pulverdampf angereicherte Luft. Die beiden Männer, die er als Köder auserkoren hatte, merkte am Anfang gar nicht, was geschah. Erst als die Stahlseile ihre Arme und Beine oberhalb von Knie und Ellenbogen abtrennten, spürten sie etwas, besser gesagt, sie kreischten vor Qualen auf und krachten zu Boden.
Die Dämonen sahen die Lücke schneller als die Menschen und nutzten sie auch!
Was vorher ein planvolles Vernichten der Nichtmenschen gewesen war, ergab nun etliche Einzelkämpfe und in den meisten unterlagen die Menschen sehr, sehr schnell.

Torû tat, was er konnte um zu helfen, wo zu helfen war. Doch er war nur selten schnell genug. Dann…erkannte er drei der Männer, sie hatten sich mit einigen wenigen (insgesamt wohl etwa Zehn) zusammengedrängt und zogen sich unter unablässigem Drücken des Feuerknopfes zurück. Es war Lukas. Ja, Torû war sich sicher. Lukas und noch zwei ehemaligen Freunde waren unter dieser Gruppe.
Ein weiterer Dämon griff ihn an. Er war aufgedunsen und schwebte durch die Luft, als hätte ihn jemand oder etwas mit Gas gefüllt. Ein kurzer Schnitt eines erbeuteten Schwertes und es erwies sich, das der Dämon tatsächlich mit Gas gefüllt gewesen war. Dem aufklaffendem Magen entwich pfeifend etwas nicht sichtbares und wie ein Ballon wurde der Dämon vom Druck weggedrückt.
Da wandte sich Torû wieder der Gruppe zu (es waren noch Sieben) und sah, wie sie zum einem den Hauptflügel des Saales erreicht hatten, wobei sie von einer großen Horde an Feinden verfolgt wurden und zum anderem wie Matze, sein alter Freund Matthias, dem anderem Mann den er in der Gruppe kannte, ein noch besserer Freund, Marius ins Knie schoß, als es keiner der anderen merkte. Sie flohen und ließen Marius aufschreiend zurück…

Marius spürte wie sein Bein umknickte und er mit fiel. Schwer, aber ohne den Abzug seiner AM-74 loszulassen, prallte er auf und die Luft entwich pfeifend seiner Lunge. Er sah nach unten und erkannte den Grund für seinen Sturz, dort wo vorher sein Knie gewesen war, gab es jetzt nur noch eine stark blutende Wunde. Realistisch gesehen hatte er nur noch zwei Möglichkeiten – verbluten oder zerfetzt werden und wenn er sich so ansah, wie nah die Dämonen waren, war er sich ziemlich sicher, dass er nicht verbluten würde.
Mit einem leichtem Schleier vor den Augen hob er seine Waffe und schoß. Dann, Sekunden später, fiel ihm etwas ein.
Wie konnte es sein, dass sein Knie von hinten zerstört wurde? Doch nur…er fing an zu schreien. Wollte seine Freunde warnen, wollte ihnen sagen, dass sie einen Verrückten oder, er zögerte es auch nur zu denken, einen Verräter bei sich hatten. Doch die Dämonen waren schon über ihm.

Lukas hörte das irrsinnige Schreien seines alten Freundes und trieb die wenigen Überlebende nur noch mehr zur Eile an. Kaum hatten sie den Saal verlassen, versperrten sie die Flügel so gut sie konnten und machten Bestandsaufnahme.
Nur leichte Verletzungen, dafür einige heftige Schocks. Kaum noch Munition. Nicht sehr gut.
Auf seinen Befehl zogen sich die sieben Überlebenden des Trupps Delta aus dem Haus zurück.

Dämonen – Kapitel 23

Hannes schrie vor Wut, er wollte endlich frei sein und etwas trinken! Auch Torû würde bald schreien, ebenfalls aus Wut, aber nicht, weil er etwas trinken wollte, sondern weil ihn das Geschrei aus Hannes Mund nervte, um es mit Worten der früheren Jugend zu sagen: weil es ihn ankotzte.

In einem Traum sah ich den östlichen Himmel sich verfinstern,
doch stand im Westen noch ein bleiches Licht
und eine Stimme rief: “Das Ende steht bevor!”

Hannes schrie vor Wut, er wollte endlich frei sein und etwas trinken! Auch Torû würde bald schreien, ebenfalls aus Wut, aber nicht, weil er etwas trinken wollte, sondern weil ihn das Geschrei aus Hannes Mund nervte, um es mit Worten der früheren Jugend zu sagen: weil es ihn ankotzte.
Ein Mann trat durch eine kleine, eisenbeschlagene Tür in dir Grotte und verpasste Hannes geschickt einen Knebel. Torû runzelte die Stirn, er sah dem Mann, der ihn in der Gasse angegriffen hatte, fast zum Verwechseln ähnlich.

Die gekrümmte Hand seines Gegenübers jagte knapp an Markus‘ Kopf vorbei, als dieser sich gerade noch aus der Bahn warf und sein Knie in den Magen des Angreifers stieß.
‚Ordain‘, Markus riß überrascht seine Augen auf und versuchte wegzuspringen, als sich eine nachtschwarze Kugel um ihn herum materialisierte, doch er prallte gegen die Haut und wurde zurückgeworfen. Er fühlte Blut an der Schulter die, die Mauer berührt hatte herunterlaufen und sah, dass kleine Fetzen seines Fleisches fehlten. Überall um ihn herum öffneten sich kleine und große Mäuler, schnappten auf und zu, vergingen fast schon in der Gier nach Fleisch – seinem Fleisch.

Der Alte schrie im ersten Augenblick triumphierend auf, doch verzog sich seine Mimik schon im nächsten Moment zu purer Überraschung.
An der Rundung, wo die Wand der Höhle zur Decke überging, verzog sich für einen Moment geradezu die Realität und dann…splitterte Glas. Ein Fenster, wo vorher keines gewesen war, zerfiel in tausend Teile und wie in Zeitlupe sackten die Splitter zu Boden. Wie ein Spuk kräuselte sich die Wand in kreisförmigen Wellen um das Fenster herum und verschwand.
Zu Vorschein kam altes, aber auch edles aussehendes und bearbeitetes Holz und kaum hatte es begonnen, als die Illusion der Höhle auch schon vollständig aufgelöst hatte.

Mit einem gewaltigem Krachen zersplitterten die Ketten, die Hannes hielten – gehalten hatten. Er stürzte zu Boden, ging in die Knie und sprang ohne zu Zögern auf ihren Kerkermeister, Torû hatte ihn inzwischen mit Eins betitelt hatte, zu. Dieser drehte sich geschickt und ließ Hannes so über sich hinwegfliegen. Doch auch dieser war ein Könner, rollte sich ab und warf seinen rechten Arm in einer blitzartigen Geschwindigkeit gegen seinen Gegner.
Ein dunkles, wurmähnliches, schnappendes Maul raste Eins entgegen und verbiß sich kurzzeitig in seiner Schulter, aber schon im nächsten Moment ließ es von dem Mann ab, Torû sah, dass ein Brocken seiner Schulter einfach weg war, und biß sich gleich darauf wieder im Magenbereich fest. So ging das minutenlang, bis schließlich nur noch Blut auf dem Boden der Grotte davon kündete, was hier passiert war. Torû lächelte und dachte: „Darkworm – interessant! Vor allem Xzan’s Macht ist beeindruckend, ohne zu sprechen…“
Mit vorläufig mordlüsternen Augen sah Hannes ihn an: „Markus ist etwas passiert.“
Mehr gab es nicht zu sagen, mit einem kurzem Ruck zerrissen auch Torû’s Fesseln und sie liefen auf gut Glück los.

Ein Mann, gekleidet mit Anzug und Krawatte, sprang durch das Fenster und sah auf die Kugel, die Markus immer noch gefangen hielt: „Los jetzt. Ich weiß, was du tust!“

In der Kugel grinste Markus, ein leicht violetter Schein umgab ihn und indem er seine Arme seitwärts von sich wegstieß, drängte der Schein gegen das Schwarz…und ließ es sich auflösen.
Kurz aufkeuchend fiel er auf die Knie und sah den Geschäftsmann, der sich zum Alten gewandt hatte und seltsam mit seinen Händen fuchtelte. Minimale, kaum sichtbare Schnitte erschienen überall am Körper des Alten, seine Augen weiteten sich und er…sein Körper fiel in sich zusammen, zu vielen, kleinen Stücken zerschnitten.
Markus holte tief Luft und wurde schon durch einen Fußtritt, der sein Kinn traf weggeschlagen. Er fiel schwer zu Boden, streckte seine Arme nach hinten, stützte sich auf ihnen ab und drückte sich so in die Luft. Nach einem Handstand stand er wieder wehrte die nächsten Angriffe ab.

„Dieses Haus ist zum verrückt werden!“, Torû wurde auch sauer. Seit Stunden rannten sie durch die verwinkelten Gänge einer uralten Villa und fanden einfach nichts, woran sie sich orientieren hätten können und, als wäre das nicht genug, jetzt wurden sie auch immer wieder von kleineren Schrecknissen angegriffen, Darklings oder Quälgeister. „Ein hoher Würdenträger der Hölle ist hier, so etwas passiert immer“, meinte Hannes während sie weiterrannten.

„Jetzt reicht’s aber!“, mit einem Kampfschrei ging Markus in den Angriff über, durch Adrenalin stärker und schneller geworden. In wenigen Augenblicke hatte er seinen Gegner in die Ecke gedrängt und mit dem Spruch ‚Spen‘ blutend festgenagelt.
Kaum nach Atem ringend richtete Markus seine Aufmerksamkeit Xandro und dem Geschäftsmann zu. „Wer bist du?“
Der Mann lächelte während er weitermachte, mit…was auch immer er tat. Er hatte Xandro’s blutende Gestalt genommen (das Gesicht war noch immer nicht sichtbar) und kopfüber, in Kreuzform an die vermutlich nördliche Wand des Saales genagelt. Immer mehr Blut sammelte sich in einem Auffangbecken unter Xandro.

Im Laufen sprang Torû ab, drehte sich und trat die Tür vor ihnen mit einem gewaltigem Krachen auf. Ein kurzer Schmerz zuckte durch sein Bein: „Angeknackst“, dachte er sich, „Nichts schlimmes!“
Dann fiel ihm auf, dass ihn sein Schwung noch um einiges weiter getragen hatte und er immer noch…nun nicht mehr flog. Er prallte auf den Boden und schlitterte einige Meter weit. Nässe war unter seinen Fingern, also hob er die Hand sah sich die gespreizten Finger an. Blutrote Flüssigkeit tropfte zu Boden, er sah sich um und erkannte, worin er lag. Das, was hier eine Blutlache verursacht hatte, war wohl einmal ein kompletter Körper gewesen, nun waren es nur noch Fleischstückchen.
Mit einem kurzem Schrei sprang er auf und wischte sich so gut er konnte das Blut von seiner Kleidung.

Markus war kurz aber heftig zusammen gefahren, als die Tür aufkrachte und hatte sich gerade noch das Lachen bei Torû’s komischer Figur in den Überresten des Alten verkneifen können. Auch Hannes betrat nun den Saal und der Geschäftsmann hatte sein Werk wohl vollendet, er wandte sich den Drei zu und meinte mit einem gemeinem Gesichtsausdruck: „Jetzt seid ihr, sind wir ja alle versammelt!

Dämonen – Kapitel 22

„Am Beginn war das Ende, am Ende war der Beginn. Willkommen Bruder, am Anfang vom Ende!“, sagte der kleingewachsene Mann, der Markus kurz vorher in den Weg getreten war.

Wir nennen uns nicht mehr die “Arkane Bruderschaft”!
Wie dann? “Fröhliche Wirker finsterer Magie”?

„Am Beginn war das Ende, am Ende war der Beginn. Willkommen Bruder, am Anfang vom Ende!“, sagte der kleingewachsene Mann, der Markus kurz vorher in den Weg getreten war. „Kann ich etwas für Sie tun?“, fragte Markus sicherheitshalber noch nach, doch schon sprang der Mann mit ausgestrecktem Fuß nach vorne, was Markus aber problemlos mit seinem Unterarm abwehren konnte. Der Mann trat, kaum aufgekommen, sofort nach und versuchte Markus in die Kniekehle zu treffen, auch dieser Attacke wich er aus, diese Mal, indem er einfach über den wirbelnden Fuß seines Gegners sprang, dann trat Markus selbst zu. Die Wucht des Trittes riß den Kopf des Mannes nach hinten und ließ ihn stürzen. Der Sieger stand fest auf seinen Beinen, als er einen kurzen, stechenden Schmerz im Nacken spürte. Seine Hand zuckte in seinen Nacken und er fühlte dort einen kleinen Pfeil stecken. Sein letzter Gedanke war, während er sich umdrehte und einen verschwommenen Blick auf den Angreifer aus dem Hinterhalt, einem alten, gebrechlichen Mann, den er vorher im Lokal gesehen hatte, erhaschte: „Auch noch in den Nacken. Da werden die tollsten Helden doch immer getroffen…“ Jetzt erst fiel er ohne eine Chance sich abzufangen zu Boden und blieb liegen.

„Am Beginn war das Ende, am Ende war der Beginn. Willkommen Bruder, am Anfang vom Ende!“, die gleichen Worte, mit denen ihn der erste Angreifer begrüßt hatte, weckten Markus nun auf. Sein Kopf schmerzte, vermutlich vom Gift her, dafür konnte er aber klar denken, sich jedoch nicht bewegen. Er richtete seinen Blick zu seinen Füßen, sie waren fest verschnürt, seine Arme fühlte er auf seinem Rücken, ebenfalls gebunden.
Prüfend versuchte er seine Hände zu bewegen, doch wie Markus es sich gedacht hatte, hatte er keine Chance sich zu befreien.
„Wer seid ihr?“ „Wir?“, ein Mann mit einer vollkommen ausdruckslosen Maske trat in sein Blickfeld, „Wir sind die Bruderschaft des Anfangs vom Ende!“ Markus Gesicht sagte alles, was er dachte.
„Wie auch immer“, die Person mit der Maske, Markus erkannte nun, dass sie ein schwarzes Jackett trug, trat näher an ihn heran: „Ich befreie dich jetzt, also töte mich bitte nicht.“ Ohne lange nachzudenken nickte Markus, ein Nicken war kein Versprechen. Seine Fesseln lösten sich auf ein Fingerschnippen der Gestalt und Markus richtete sich langsam, vorsichtig auf. Sein Blick wurde immer klarer und er sah, dass, jenes, was er für eine finstere und grauenerregende (Klischee, mal wieder…) Gruft gehalten hatte, eine gemütlich eingerichtete und große, eine wirklich, wirklich große Höhle war. Die Gestalt trat an einen weißen Kühlschrank, der vollgepint mit verschiedenfarbigen Zetteln war und öffnete ihn. „Willst du auch eine?“, er hielt fragend 2 Bierflaschen in die Höhe. Markus sah überrascht aus, bejahte aber mit offenem Mund. „Chips? Chili? Was anderes zu essen?“, die Gestalt warf ihm eine Flasche zu, die Markus geschickt auffing und an einer Kante der Wand öffnete. Gut gekühltes, wohltuendes Bier rann seine Kehle hinunter, es war ein wunderbares Gefühl.
„Ich bin übrigens Xandro“, meinte die Gestalt und öffnete seine Flasche ebenfalls. Sie stießen an und tranken jeweils ihre Flasche leer.
Einige Zeit später hatten sie sich gemütlich in ein paar Sessel gelegt und sahen, ohne wirklich es wirklich zu beachten, auf einen Fernsehbildschirm. „Also, was wollt ihr oder willst du von mir?“, fragte Markus.
Xandro’s Antwort bestand aus einem Namen: Sylwia.

Klamm war die Grotte in der Hannes und Torû mit Ketten an die Wand gehängt worden waren. Torû versuchte, zum etwa hundertstem Mal, durchzudenken, was passiert war – er hatte das Lokal verlassen und war durch einen schrillen Pfiff in eine Gasse gelockt worden. Obwohl er einen ausgeprägten Gefahrensinn besaß, war der Faustschlag des Mannes vollkommen überraschend gekommen. Die schnellen und gut plazierten Schläge hatten ausgereicht, dass er sich nicht auf seine Verteidigung hatte konzentrieren können. Irgendwann war er halbohnmächtig in die Schatten geschleift worden und sah dort wie sich drei Männer, die sich gleich bewegten und die gleiche Statur besaßen über Hannes hergemacht hatten. Er hatte sich immerhin wehren können…

„Vergiss es!“, fest war Markus‘ Stimme. „Wirklich?“, Xandro war scheinbar wirklich überrascht, „Nun dann…tut’s mir nicht leid!“
Markus blieb gerade noch die Zeit für ein „Was?“, als Xandro’s Ferse den Sessel dort durchschlug, wo gerade Markus‘ Hals gewesen war. Er rollte sich ab und wich den folgenden Attacken durch Xandro immer wieder aus.
Irgendwann war fast die gesamte Einrichtung zerschlagen und schwer atmend standen sich die beiden gegenüber. „Die Bruderschaft braucht Sylwia. Wir brauchen sie!“, Xandro gab nicht auf. Schon die ganze Zeit sprach er in einem seltsam – monotonem Ton, als müsste er sich den Grund des Kampfes selbst erst klar machen.
„Wenn du sie uns nicht gibst, dann wirst du sterben. Deine letzte Chance!“ Markus schüttelte den Kopf und sammelte Energie in seinen Händen.
„Dann eben…‘Lightning‘!“, Xandro schrie und aus seinen Augen stachen bläulich schimmernde Blitze nach Markus – sie trafen. Strom ließ seinen Körper zucken und, als es den Körper wieder verließ, ihn zu Boden fallen, von innen rauchend. Markus keuchte und hob seinen Kopf, seine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen: ‚De Farla‘ Markus streckte seinen Arm in Richtung Xandros und ein hellweißer Strahl verschlang für Momente den aufschreienden Körper seines Gegners. Nur wenige Sekunden, dann verklang der Spruch.
Xandro’s Körper qualmte nicht, nein, er brannte. Zwar nicht von innen wie Markus, aber noch eine ganze Weile umspielte die Energie seine Gestalt. Die Maske war verkohlt, wie Markus jetzt erkannte, aber er erkannte nichts.
„Was zum Ende war das?“, zwei Männer betraten den Raum. Genau die gleichen, die ihn, Markus, in der Gasse besiegt hatten. Und jetzt wusste er auch, was ihn in der Zeit mir Xandro gestört hatte – sie sahen, von Alterszeichen abgesehen, absolut gleich aus.
Sie schrien beide auf und der Ältere rannte zu Xandro, der andere stellte sich kampfbereit Markus gegenüber.

Dämonen – Kapitel 21

In seinem Hotelzimmer angekommen, warf Markus erst einmal seine Sachen auf einen Haufen und packte sie von diesem Haufen nach und nach in seinen Koffer und Rucksack. Vom einem Moment auf den anderen blieb er wie angewurzelt stehen. Wie kam sein Buch aus Kasshin hierher? Er hatte es nie eingepackt!

Es gibt keine Sicherheit auf Erden, nur Chancen.
(Douglas MacArthur)

In seinem Hotelzimmer angekommen, warf Markus erst einmal seine Sachen auf einen Haufen und packte sie von diesem Haufen nach und nach in seinen Koffer und Rucksack. Vom einem Moment auf den anderen blieb er wie angewurzelt stehen. Wie kam sein Buch aus Kasshin hierher? Er hatte es nie eingepackt!
Zögernd öffnete er die nächste Seite und las das, was Sylwia schon gelesen hatte. Dann blätterte er um und las dieses:
Tod,
bitterer Tod
Nimmst der Frau den Mann
Lässt sie allein zurück

Tod,
grausamer Tod
Nimmst dir was du willst
Nimmst die Mutter
Hast deine Soldaten
Hast sie unter deinem Befehl

Tod,
lieblicher Tod
Nimmst die Alten
Ereilst das Opfer
Erlöst den Kranken

Tod,
einsamer Tod,
Nimmst,
was dir gehört
Tust,
was du musst

Markus lächelte, ja, aus diesem Gedicht sprach eine gewisse Wahrheit heraus. Er packte das Buch ein und lief nach unten, warf dem Chef genug Geld hin und rannte, ohne Hannes Bescheid zu sagen, zurück in den Club.
Aber wer erwartete ihn da mit einer Bierflasche in der Hand? Hannes!
Er seufzte wieder und setzte sich zu Torû und Hannes an den Tisch: „Du hast aber auch mächtige Gefährten, Markus!“, meinte Torû lächelnd, aber angespannt. Stimmt, davon wusste er ja nichts. Markus erzählte ihm die Geschichte und Torû entspannte sich sichtlich.

Am nächsten Morgen waren die drei früh auf den Beinen. Tatsächlich, Hannes war früh aufgestanden, endlich etwas, worüber Markus Witze reißen konnte. Das tat er auch, obwohl sie nicht gerade der Reißer waren.
„Immerhin haben wir uns jetzt gefunden. Jetzt müssen wir Chentu und Sylwia ausfindig machen und dann geht’s weiter. Kain dürfte bald…“, meinte Torû und stockte. Markus sah ihn erwartungsvoll an, doch sein Gegenüber wich den Blicken aus und schwieg beharrlich.
Mit einem Taxi fuhren die beiden zum Flughafen der Stadt und von da aus nahmen sie die nächste Maschine zu den Osterinseln, von dort hatte Torû nämlich letzte Meldungen von Sylwia erhalten.
Der Flug war ereignislos und nach einer problemlosen Landung stiegen sie in Hawaii-Hemden gekleidet und mit aufgesetzter Sonnenbrille aus dem kleinem Flugzeug. Der kurze Weg durch die gnadenlos niederbrennende Sonne zur Flughafenhalle, ließ sie in Schweiß ausbrechen. „Und wohin nun?“, fragte Hannes, der wie ein typischer Bodyguard gekleidet war. Schwarzer Anzug, Lautsprecher im Ohr, welcher allerdings an einem Discman hing, in dem sich pausenlos Scheiben von Catamenia, Naglfar, Hypocrisy, Immortal und ähnlichen Bands drehten sowie die tiefschwarze Sonnenbrille, auch das Pistolenhalfter unterm Jacket fehlte nicht.
„Eigentlich sollten wir abgeholt werden. Ich sehe aber niemanden…“, suchend sah Torû sich um. Tatsächlich, nirgends ein Zeichen von Bekannten oder jemandem, der sie suchte. Er wunderte sich ein wenig, das war untypisch für Sylwia. „Na ja, was soll’s? Trinken wir mal noch etwas!?“ Schweigend stimmten die beiden anderen zu und setzten sich in ein kleines, relativ sauberes Lokal, das durch einen ungeheuren Ventilator gut gekühlt wurde. Ohne viel zu überlegen bestellten 2 von ihnen Wasser und der Dritte (wer wohl?) ein Bier.
Dann saßen sie da und warteten.

Und warteten. Es wurde schon Abend, als sich Torû etwas aufgeregt umsah: „Das gibt’s doch nicht! Ich habe doch Bescheid gegeben…“ Er stand auf und verschwand, stumm warteten die Verbliebenen. Und warteten. Wieder vergingen Stunden, dann stand Hannes auf, murmelte etwas wie: „Suche mal.“ und ging.
Markus saß ratlos am Tisch und beobachtete die Wassertropfen, die am Glasrand hinunterliefen.
Irgendwann war er es leid. Mit einem Ruck stand er auf, schmiß ein paar Münzen auf den Tisch und ging aus dem Lokal.
Draußen sah er sich um. Kein Mensch zu sehen. Nein, viele Menschen zu sehen, aber keiner, den Markus kannte. Kurzentschloßen ging er zur Flughafenverwaltung, zögerte aber vor einer kurzen, dunklen Gang. Er grinste – ja, da war jemand. Aus reinem Trotz trat er den Weg

Dämonen – Kapitel 20

Torû uns Sylwia standen, leicht zitternd, vor Godot, der aus der beiden tiefen Wunden in Strömen blutete und trotzdem nicht fiel. Torû hatte in der Zwischenzeit Kenshin’s Schwert an Sylwia weitergereicht und das Schwert des Wassers aufgenommen, auch Godot blieb kampfbereit und lächelte nachsichtig: „Wenn ihr jetzt geht, verschone ich den Großteil der Schule und euch.“

heutzutage machen 3 Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller.
(Lichtenberg)

Torû uns Sylwia standen, leicht zitternd, vor Godot, der aus der beiden tiefen Wunden in Strömen blutete und trotzdem nicht fiel. Torû hatte in der Zwischenzeit Kenshin’s Schwert an Sylwia weitergereicht und das Schwert des Wassers aufgenommen, auch Godot blieb kampfbereit und lächelte nachsichtig: „Wenn ihr jetzt geht, verschone ich den Großteil der Schule und euch.“
Sie sahen sich nur für einen kurzen Augenblick in die Augen und trotzdem wussten sie genau, was der andere dachte. Mit Kampfschreien des Trotzes hieben sie auf Godot ein, welcher taumelte. Tatsächlich taumelte.
Dann straffte sich sein Körper und seine Klauen zischten durch die Luft, warfen die beiden zurück. Sie schrien wieder, doch dieses Mal vor Schmerzen.
Die Körper der beiden Menschen krachten gegen Wände der Halle, rutschten daran herunter und blieben liegen.
Godot stand, schwer keuchend, alleine da. Dann verzog sich sein bis eben noch freundlich anzusehendes Gesicht zu einer hässlichen Grimasse des Hohns und er stieg die Treppen zur Kammer Sensei’s hinauf.

„Und dann? Ihr liegt in der Ecke, ausgeknockt. Wie habt ihr es geschafft?“
Torû’s Miene verzog sich etwas nachdenklich: „Ich weiß nicht genau, wenn ich ehrlich bin zumindest. Ich wachte durch ein unheilvolles Gekreische auf und sah Godot…nein, nicht Godot. Es war sozusagen ein Abbild seines Körpers. Sag meinetwegen sein Geist oder seine Seele dazu, ich weiß nicht, wie man es nennen soll.“
Markus nickte, er wusste es seit seinem ‚Besuch‘ in der Hölle.
„Jedenfalls wich sein Geist unter peitschenartigen Angriffen grün leuchtender Tentakeln. Das erinnerte mich auch total an Lovecraft’s Geschichten über die Großen Alten, weißt du, was ich meine?“
Markus bestätigte: „Ja, Cthulhu, Shub-Niggurath, und die ganzen anderen.“
„Genau. Wie viele andere Autoren schrieben, sind oftmals Tentakel Markenzeichen der Großen Alten oder ihrer Diener. Und ich persönlich verbinde Tentakel, warum auch immer, mit grünem Leuchten. Insofern lag für mich dieser Schluß nahe, oder?“ Wieder nickte Markus und trank einen weiteren Schluck aus seiner mittlerweile vierten Bierflasche.
„Um zum Schluß dieses Kapitels zu kommen – wir werden gleich noch einmal ein Lied spielen – mit jedem Treffer den diese Auswüchse landeten löste sich ein Teil dieses Körpers auf, irgendwann war er ganz verschwunden. Später fanden wir viele der Schüler und einige der Lehrer grausam hingeschlachtet, Sensei im Koma liegend und Godot lag ebenfalls tot da. Vor Sensei’s Schreibtisch, an seinem Körper waren nur die uns bereits bekannten Wunden.“ Torû stand ruckhaft auf: „Entschuldige mich!“ und lief zur Bühne: „So, auch wenn’s sich keiner wünscht, noch ein Lied unsererseits. Hier kommt ‚In the shadows‘!“
He’s the one
Who brings the chaos
He’s the second
Who fight him in heaven
He’s the third
Who kills the angels
He’s the fourth
Who rules the christian hell
He’s the fifth
Who destroys the earth
He’s the sixth
Who stands alone
Six – Six – Six

In the shadows, in the shadows
He was born
In the shadows, in the shadows
He will die

In the dark, another night
Out of shadows
He will arise
Cadaverous wind
Cold – like – ice
Blowing out of the hole
He will not die
`till death is dead
No hope, no life,
No survive

In the shadows, in the shadows
He was born
In the shadows, in the shadows
He will die

Torû und einer der Gittaristen wechselten sich mit dem Gesang ab, der eine mit einer jaulenden Death Metal-Stimme, der andere mit einer tiefen, grollenden Black Metal-Stimme. Wieder wurden die Instrumente weggelegt: „Das war’s. Für heute abend!“ Torû grinste und sprang wieder von der Bühne.
Markus applaudierte dem Ankommenden: „Ihr seid wirklich gut.“ Torû verbeugte sich leicht spöttisch und öffnete eine weitere Flasche Bier: „Im Moment sind wir auf der ganzen Welt unterwegs und suchen dich. Ehrlich, wir hatten ja, sag ich mal so, auch unsere Pläne mit dir. Chentu zieht alleine rum, Sylwia auch, ich ziehe mit denen da umher, erkennst du sie eigentlich?“ Dieses Mal schüttelte Markus seinen Kopf und seine Haare wirbelten um seinen Kopf. „Es waren auch Schüler ‚Kasshin’s‘. Die anderen und die Lehrer wurden von ‚Masshin‘ aufgenommen, der Schule auf dem Nordamerikanischen Kontinent. Ihre Leute, die uns gegen eine Bedrohung anderer Art hatten helfen wollen, kamen ja leider zu spät bei uns an.“ Er seufzte und setzte die bedauerlicherweise schon leere Flasche an.
„Wo schläfst du zur Zeit?“, fragte Torû. „Drüben, auf der anderen Straßenseite. Im sogenannten Paradiso! Ok, man muss zugeben, für Ungeziefer dürfte es wirklich ein Paradies sein.“
„Hol deine Sachen und komm her, du pennst ab sofort hier!“ Markus nickte wieder einmal und stand – ohne Widerspruch – auf.

Dämonen – Kapitel 19

Blinzelnd öffnete Markus seine Augen. Das grelle Licht der immer wieder aufblitzenden Discoleuchten blendeten ihn fast schon. Verschwommen sah er Köpfe über sich auf, rein instinktiv schlug er auf eines von ihnen ein.

Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil stets sie mit Geräusch verbunden.
(Wilhelm Busch)

Blinzelnd öffnete Markus seine Augen. Das grelle Licht der immer wieder aufblitzenden Discoleuchten blendeten ihn fast schon. Verschwommen sah er Köpfe über sich auf, rein instinktiv schlug er auf eines von ihnen ein. Das Ding ruckte zurück, als sich seine Faust in die Mitte des Dings traf. Sofort wollte Markus auf ein anderes der Dinger schlagen, doch schon fühlte er sich von festen Fäusten – halt! Wieso sollten es Fäuste sein? Es könnten doch auch…könnten auch…er schaffte es nicht seinen Gedanken zu beenden.
Langsam klärte sich seine Sicht und er erkannte Torû, der sich die blutende Oberlippe hielt, lächeln: „Du bist also zurück. Wurde aber auch Zeit!“ Torû stand auf und hielt Markus die Hand hin, der sie ergriff, dann zog er ihn hoch: „Pass auf, wir haben noch 2 Lieder. Ein Cover und eins unserer Lieder, warte doch bitte solange!“ Schon sprang er wieder auf die Bühne und entschuldigte sich beim Publikum.
„Evil Truth“, die, welche noch anwesend und nicht gänzlich betrunken waren, jubelten laut, verhältnissmässig laut zumindest, als das Gitarrenspiel begann.

Another time, another tale
Another war on earth
Why did you what you have done?
What fight you against?

Against bitterness?
Against pain?
Or against lonelyness?
Where have you gone when I was alone?

Now talk!
Tell us the evil truth
Your evil truth

You’re a lie in my live
You’re a fiction in my dreams
How can you walk over my – planet?
Who gave you the permission?

Now talk!
Tell us the evil truth
Your evil truth

Listen to my soul
Listen all to my soul
She will tell you the truth
The evil truth!

Listen to my soul
Listen all to my soul
She will tell you the truth
The evil truth!

Now talk!
Tell us the evil truth
Your evil truth

Bombs are over – what is the virus doing?
Rain is always here
Never go away
On broken wings
We can’t fly high in the sky

Where did you came from?
Listen!
I asked: Where did you came from?
Why are you here?

Listen to me!
Listen to my soul!
Listen to my

…to my evil truth

Das Lied klang aus und auch Markus, der anfangs eher desinteressiert zugehört hatte, klatschte laut und rief nach Zugabe, solche, ja, vom Text einmal abgesehen, Kunst, hatte er selten gehört!
Torû lächelte in sich hinein und übersprang die Zeit, die zum Neustimmen der Instrumente benötigt wurde mit einige Anekdoten aus sein Jugend, welche sich für Markus allerdings etwas…unglaubwürdig anhörten. Wie auch immer, kurz danach waren die Instrumente fertig und die Band bereit.
„So, ein wenig Wasser für die, die noch stehen!“, Torû spritzte den Rest Wasser aus seiner Flasche ins Publikum, die das dankbar aufnahmen und sprach weiter: „Ihr kennt ja unseren Geschmack an Musik, deswegen haben wir uns gedacht, heute mal eine Coverversion von Pain darzubringen…Close my eyes!“
Das Publikum klatschte zwar, aber scheinbar kannten sie das Lied nicht. Markus lachte auf, er immerhin liebte dieses Lied. Ach nein, Shut your mouth, wieso verwechselte er das immer?
Can’t see faith through the tears
of my swollen eyes

I try to dry
I pretend it’s not as bad as it seems… what a lie

how can we be so blind
every time a child dies
people are starving
rain forests are falling
the bombs are dropping from the sky

I don’t know why – it sticks in my head
I close my eyes – and it hurts me so bad
I don’t know why – it sticks in my head
I close my eyes – I close my eyes

I close my eyes

I look away from this misery
and I hope the problem will disappear

but it still hurts me everytime a child dies
it’s like a knife you stab in my heart
and twist it, twist it, twist it around

I don’t know why – it sticks in my head
I close my eyes – and it hurts me so bad
I don’t know why – it sticks in my head
I close my eyes – I close my eyes

Das Lied klang aus und ohne zu warten sprang Torû von der Bühne, klopft dort jemanden auf die Schulter und sprach da mit einem anderen. Dann stand er vor Markus und grinste breit: „Den Schlag ist weiterhin nicht von schlechten Eltern!“ Etwas düster sah ihn Markus in die Augen: „Wo seid ihr? Wo wart ihr? Und vor allem, was ist passier?“
Abwehrend hob Torû die Hände: „Eins nach dem anderen! Und das erste ist“, Gedankenpause für Markus, „Bier! Freibier!“ Er grinste noch breiter, trat zur Theke, holte 2 Bier und gab eins davon Markus, der nahm es dankbar an.
Sie gingen in eine dunkle Ecke und setzten sich an einen runden, verschmierten Tisch.
„Ja, was ist passiert? Kasshin wurde angegriffen, Kenshin getötet, Sensei wahnsinnig und na ja, wir flohen. Im Kurzdurchlauf war es so…“ Torû sah etwas betrübt aus, ein ganz klein wenig, wie Markus auffiel.
„Das Kenshin tot ist, weiß ich. Wer war es?“, fragte Markus lauernd, auf Rache hoffend. Torû flüsterte ihm den Namen ins Ohr: „Aber er ist schon tot. Irgendwie haben wir es schlußendlich geschafft…“, er seufzte.