Dämonen – Kapitel 23

Hannes schrie vor Wut, er wollte endlich frei sein und etwas trinken! Auch Torû würde bald schreien, ebenfalls aus Wut, aber nicht, weil er etwas trinken wollte, sondern weil ihn das Geschrei aus Hannes Mund nervte, um es mit Worten der früheren Jugend zu sagen: weil es ihn ankotzte.

In einem Traum sah ich den östlichen Himmel sich verfinstern,
doch stand im Westen noch ein bleiches Licht
und eine Stimme rief: “Das Ende steht bevor!”

Hannes schrie vor Wut, er wollte endlich frei sein und etwas trinken! Auch Torû würde bald schreien, ebenfalls aus Wut, aber nicht, weil er etwas trinken wollte, sondern weil ihn das Geschrei aus Hannes Mund nervte, um es mit Worten der früheren Jugend zu sagen: weil es ihn ankotzte.
Ein Mann trat durch eine kleine, eisenbeschlagene Tür in dir Grotte und verpasste Hannes geschickt einen Knebel. Torû runzelte die Stirn, er sah dem Mann, der ihn in der Gasse angegriffen hatte, fast zum Verwechseln ähnlich.

Die gekrümmte Hand seines Gegenübers jagte knapp an Markus‘ Kopf vorbei, als dieser sich gerade noch aus der Bahn warf und sein Knie in den Magen des Angreifers stieß.
‚Ordain‘, Markus riß überrascht seine Augen auf und versuchte wegzuspringen, als sich eine nachtschwarze Kugel um ihn herum materialisierte, doch er prallte gegen die Haut und wurde zurückgeworfen. Er fühlte Blut an der Schulter die, die Mauer berührt hatte herunterlaufen und sah, dass kleine Fetzen seines Fleisches fehlten. Überall um ihn herum öffneten sich kleine und große Mäuler, schnappten auf und zu, vergingen fast schon in der Gier nach Fleisch – seinem Fleisch.

Der Alte schrie im ersten Augenblick triumphierend auf, doch verzog sich seine Mimik schon im nächsten Moment zu purer Überraschung.
An der Rundung, wo die Wand der Höhle zur Decke überging, verzog sich für einen Moment geradezu die Realität und dann…splitterte Glas. Ein Fenster, wo vorher keines gewesen war, zerfiel in tausend Teile und wie in Zeitlupe sackten die Splitter zu Boden. Wie ein Spuk kräuselte sich die Wand in kreisförmigen Wellen um das Fenster herum und verschwand.
Zu Vorschein kam altes, aber auch edles aussehendes und bearbeitetes Holz und kaum hatte es begonnen, als die Illusion der Höhle auch schon vollständig aufgelöst hatte.

Mit einem gewaltigem Krachen zersplitterten die Ketten, die Hannes hielten – gehalten hatten. Er stürzte zu Boden, ging in die Knie und sprang ohne zu Zögern auf ihren Kerkermeister, Torû hatte ihn inzwischen mit Eins betitelt hatte, zu. Dieser drehte sich geschickt und ließ Hannes so über sich hinwegfliegen. Doch auch dieser war ein Könner, rollte sich ab und warf seinen rechten Arm in einer blitzartigen Geschwindigkeit gegen seinen Gegner.
Ein dunkles, wurmähnliches, schnappendes Maul raste Eins entgegen und verbiß sich kurzzeitig in seiner Schulter, aber schon im nächsten Moment ließ es von dem Mann ab, Torû sah, dass ein Brocken seiner Schulter einfach weg war, und biß sich gleich darauf wieder im Magenbereich fest. So ging das minutenlang, bis schließlich nur noch Blut auf dem Boden der Grotte davon kündete, was hier passiert war. Torû lächelte und dachte: „Darkworm – interessant! Vor allem Xzan’s Macht ist beeindruckend, ohne zu sprechen…“
Mit vorläufig mordlüsternen Augen sah Hannes ihn an: „Markus ist etwas passiert.“
Mehr gab es nicht zu sagen, mit einem kurzem Ruck zerrissen auch Torû’s Fesseln und sie liefen auf gut Glück los.

Ein Mann, gekleidet mit Anzug und Krawatte, sprang durch das Fenster und sah auf die Kugel, die Markus immer noch gefangen hielt: „Los jetzt. Ich weiß, was du tust!“

In der Kugel grinste Markus, ein leicht violetter Schein umgab ihn und indem er seine Arme seitwärts von sich wegstieß, drängte der Schein gegen das Schwarz…und ließ es sich auflösen.
Kurz aufkeuchend fiel er auf die Knie und sah den Geschäftsmann, der sich zum Alten gewandt hatte und seltsam mit seinen Händen fuchtelte. Minimale, kaum sichtbare Schnitte erschienen überall am Körper des Alten, seine Augen weiteten sich und er…sein Körper fiel in sich zusammen, zu vielen, kleinen Stücken zerschnitten.
Markus holte tief Luft und wurde schon durch einen Fußtritt, der sein Kinn traf weggeschlagen. Er fiel schwer zu Boden, streckte seine Arme nach hinten, stützte sich auf ihnen ab und drückte sich so in die Luft. Nach einem Handstand stand er wieder wehrte die nächsten Angriffe ab.

„Dieses Haus ist zum verrückt werden!“, Torû wurde auch sauer. Seit Stunden rannten sie durch die verwinkelten Gänge einer uralten Villa und fanden einfach nichts, woran sie sich orientieren hätten können und, als wäre das nicht genug, jetzt wurden sie auch immer wieder von kleineren Schrecknissen angegriffen, Darklings oder Quälgeister. „Ein hoher Würdenträger der Hölle ist hier, so etwas passiert immer“, meinte Hannes während sie weiterrannten.

„Jetzt reicht’s aber!“, mit einem Kampfschrei ging Markus in den Angriff über, durch Adrenalin stärker und schneller geworden. In wenigen Augenblicke hatte er seinen Gegner in die Ecke gedrängt und mit dem Spruch ‚Spen‘ blutend festgenagelt.
Kaum nach Atem ringend richtete Markus seine Aufmerksamkeit Xandro und dem Geschäftsmann zu. „Wer bist du?“
Der Mann lächelte während er weitermachte, mit…was auch immer er tat. Er hatte Xandro’s blutende Gestalt genommen (das Gesicht war noch immer nicht sichtbar) und kopfüber, in Kreuzform an die vermutlich nördliche Wand des Saales genagelt. Immer mehr Blut sammelte sich in einem Auffangbecken unter Xandro.

Im Laufen sprang Torû ab, drehte sich und trat die Tür vor ihnen mit einem gewaltigem Krachen auf. Ein kurzer Schmerz zuckte durch sein Bein: „Angeknackst“, dachte er sich, „Nichts schlimmes!“
Dann fiel ihm auf, dass ihn sein Schwung noch um einiges weiter getragen hatte und er immer noch…nun nicht mehr flog. Er prallte auf den Boden und schlitterte einige Meter weit. Nässe war unter seinen Fingern, also hob er die Hand sah sich die gespreizten Finger an. Blutrote Flüssigkeit tropfte zu Boden, er sah sich um und erkannte, worin er lag. Das, was hier eine Blutlache verursacht hatte, war wohl einmal ein kompletter Körper gewesen, nun waren es nur noch Fleischstückchen.
Mit einem kurzem Schrei sprang er auf und wischte sich so gut er konnte das Blut von seiner Kleidung.

Markus war kurz aber heftig zusammen gefahren, als die Tür aufkrachte und hatte sich gerade noch das Lachen bei Torû’s komischer Figur in den Überresten des Alten verkneifen können. Auch Hannes betrat nun den Saal und der Geschäftsmann hatte sein Werk wohl vollendet, er wandte sich den Drei zu und meinte mit einem gemeinem Gesichtsausdruck: „Jetzt seid ihr, sind wir ja alle versammelt!

Author: Kamikaze's Geschichten

Leben und Leben lassen ich liebe die beste Frau auf der Welt

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