Dämonen – Kapitel 21

In seinem Hotelzimmer angekommen, warf Markus erst einmal seine Sachen auf einen Haufen und packte sie von diesem Haufen nach und nach in seinen Koffer und Rucksack. Vom einem Moment auf den anderen blieb er wie angewurzelt stehen. Wie kam sein Buch aus Kasshin hierher? Er hatte es nie eingepackt!

Es gibt keine Sicherheit auf Erden, nur Chancen.
(Douglas MacArthur)

In seinem Hotelzimmer angekommen, warf Markus erst einmal seine Sachen auf einen Haufen und packte sie von diesem Haufen nach und nach in seinen Koffer und Rucksack. Vom einem Moment auf den anderen blieb er wie angewurzelt stehen. Wie kam sein Buch aus Kasshin hierher? Er hatte es nie eingepackt!
Zögernd öffnete er die nächste Seite und las das, was Sylwia schon gelesen hatte. Dann blätterte er um und las dieses:
Tod,
bitterer Tod
Nimmst der Frau den Mann
Lässt sie allein zurück

Tod,
grausamer Tod
Nimmst dir was du willst
Nimmst die Mutter
Hast deine Soldaten
Hast sie unter deinem Befehl

Tod,
lieblicher Tod
Nimmst die Alten
Ereilst das Opfer
Erlöst den Kranken

Tod,
einsamer Tod,
Nimmst,
was dir gehört
Tust,
was du musst

Markus lächelte, ja, aus diesem Gedicht sprach eine gewisse Wahrheit heraus. Er packte das Buch ein und lief nach unten, warf dem Chef genug Geld hin und rannte, ohne Hannes Bescheid zu sagen, zurück in den Club.
Aber wer erwartete ihn da mit einer Bierflasche in der Hand? Hannes!
Er seufzte wieder und setzte sich zu Torû und Hannes an den Tisch: „Du hast aber auch mächtige Gefährten, Markus!“, meinte Torû lächelnd, aber angespannt. Stimmt, davon wusste er ja nichts. Markus erzählte ihm die Geschichte und Torû entspannte sich sichtlich.

Am nächsten Morgen waren die drei früh auf den Beinen. Tatsächlich, Hannes war früh aufgestanden, endlich etwas, worüber Markus Witze reißen konnte. Das tat er auch, obwohl sie nicht gerade der Reißer waren.
„Immerhin haben wir uns jetzt gefunden. Jetzt müssen wir Chentu und Sylwia ausfindig machen und dann geht’s weiter. Kain dürfte bald…“, meinte Torû und stockte. Markus sah ihn erwartungsvoll an, doch sein Gegenüber wich den Blicken aus und schwieg beharrlich.
Mit einem Taxi fuhren die beiden zum Flughafen der Stadt und von da aus nahmen sie die nächste Maschine zu den Osterinseln, von dort hatte Torû nämlich letzte Meldungen von Sylwia erhalten.
Der Flug war ereignislos und nach einer problemlosen Landung stiegen sie in Hawaii-Hemden gekleidet und mit aufgesetzter Sonnenbrille aus dem kleinem Flugzeug. Der kurze Weg durch die gnadenlos niederbrennende Sonne zur Flughafenhalle, ließ sie in Schweiß ausbrechen. „Und wohin nun?“, fragte Hannes, der wie ein typischer Bodyguard gekleidet war. Schwarzer Anzug, Lautsprecher im Ohr, welcher allerdings an einem Discman hing, in dem sich pausenlos Scheiben von Catamenia, Naglfar, Hypocrisy, Immortal und ähnlichen Bands drehten sowie die tiefschwarze Sonnenbrille, auch das Pistolenhalfter unterm Jacket fehlte nicht.
„Eigentlich sollten wir abgeholt werden. Ich sehe aber niemanden…“, suchend sah Torû sich um. Tatsächlich, nirgends ein Zeichen von Bekannten oder jemandem, der sie suchte. Er wunderte sich ein wenig, das war untypisch für Sylwia. „Na ja, was soll’s? Trinken wir mal noch etwas!?“ Schweigend stimmten die beiden anderen zu und setzten sich in ein kleines, relativ sauberes Lokal, das durch einen ungeheuren Ventilator gut gekühlt wurde. Ohne viel zu überlegen bestellten 2 von ihnen Wasser und der Dritte (wer wohl?) ein Bier.
Dann saßen sie da und warteten.

Und warteten. Es wurde schon Abend, als sich Torû etwas aufgeregt umsah: „Das gibt’s doch nicht! Ich habe doch Bescheid gegeben…“ Er stand auf und verschwand, stumm warteten die Verbliebenen. Und warteten. Wieder vergingen Stunden, dann stand Hannes auf, murmelte etwas wie: „Suche mal.“ und ging.
Markus saß ratlos am Tisch und beobachtete die Wassertropfen, die am Glasrand hinunterliefen.
Irgendwann war er es leid. Mit einem Ruck stand er auf, schmiß ein paar Münzen auf den Tisch und ging aus dem Lokal.
Draußen sah er sich um. Kein Mensch zu sehen. Nein, viele Menschen zu sehen, aber keiner, den Markus kannte. Kurzentschloßen ging er zur Flughafenverwaltung, zögerte aber vor einer kurzen, dunklen Gang. Er grinste – ja, da war jemand. Aus reinem Trotz trat er den Weg

Author: Kamikaze's Geschichten

Leben und Leben lassen ich liebe die beste Frau auf der Welt

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